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Thema: Ei kleiner Dunge-Versuch  (Gelesen 4449 mal)

B.Dettmar

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Ei kleiner Dunge-Versuch
« am: 29. November 2002, 11:18:00 »
Seit über 20 Jahren arbeite ich in meinem Kleingarten nur mit organischen Handelsdüngern.<br />
Zu DDR Zeiten war die der Tangermünder- bzw. später Humustan Dünger. Er bestand überwiegend aus Knochen- und etwas Hornmehl. Da die Stickstoffversorgung bei dieser Mischung nicht ausreichte wurde er mit etwas mineralischen Stickstoff (wenn ich mich recht entsinne war es Harnstoff) angereichert. Nach der Wende bin ich nach einem kleinen Zwischenspiel mit Rinderdung auf die „Neudorffâ€? Dünger umgestiegen. Sie überzeugten mich durch ihr ausgewogenes Nährstoffverhältnis und vor allen Dingen durch die Anreicherung des Düngers mit Mikroorganismen zur Aktivierung des Bodenlebens. Mit der BSE Kriese wurden die einst überwiegend tierischen Rohstoffe durch pflanzliche Rohstoffe ersetzt.<br />
Als gelernter Drogist und Fachverkäufer für Gartenbedarf, sowie Kleingärtner, kann ich auf 50 Jahre Praxis und Erfahrung zurückblicken. Nun als Rentner arbeite ich als Fachberater bei Aktionstagen in Garten- und Baumärkten noch etwas.<br />
Bei Bodenuntersuchungen führe ich dort eine elektronische Messung zur Bestimmung des Gesamt-Nährstoffgehaltes durch. Dort fiel mir auf, dass die überwiegende Anzahl der Bodenproben sehr geringe Nährstoffgehalte aufwiesen. Im Vergleich zu den Werten die ich in meinem Garten ermittelte wesentlich schlechter. Bei Gesprächen mit den betroffenen Gartenfreunden  stellte sich dann immer heraus, dass sie überwiegend mineralisch düngten.<br />
Nun wollte ich mir das einmal im eigenen Garten näher ansehen.<br />
Ich legte also 2 Beete an. Sie wurden im Herbst tief durchgefräßt, im Frühjahr erfolgte die Düngung. Das eine Beet mineralisch, das andere mit organischem Handelsdünger. Beide Beete wurden noch einmal flach gefräßt um eine gleichmäßige und homogene Verteilung des Düngers zu gewährleisten.  Der Ausgangswert an Nährstoffen war identisch. Gegeben wurde die gleiche Menge an Nährstoffen (entsprechend des Nährstoffgehaltes umgerechnet). Gesät bzw. gesteckt wurden eine Mischkultur von Möhren und Zwiebeln.<br />
Nun hatte ich bei Messungen, die ich bei mir regelmäßig durchführte, beobachtet, dass ich bei meinen organischen Düngern nie eine Nährstoffkonzentration erreichte die ich eigentlich nach der verabreichten Düngemenge erreichen müsste.<br />
14 Tage nach der Düngung wurde die erste Messung des Nährstoffgehaltes durchgeführt. Beim mineralischen Dünger sah der Nährstoffgehalt schon recht gut aus während er beim organischen Dünger wesentlich geringer angestiegen war.<br />
In der 4. Woche erfolgte die zweite Messung. Hier erreichte der mineralische Dünger seinen vollen und höchsten Wert, der organische Dünger blieb im Wert darunter.<br />
In der 8. Woche begann beim mineralischen Dünger der Nährstoffwert zu sinken während er beim organischen Dünger seinen höchsten Wert erreichte und bis in die 12. Woche konstant blieb und erst danach abzusinken begann.<br />
Nach der Ernte wurde der Boden erneut durchgefräßt und der verbliebene Nährstoffgehalt gemessen. Das Beet mit dem mineralischen Dünger lag unter dem Ausgangswert vor der Düngung während das Beet mit dem organischen Dünger etwas über dem Ausgangswert lag.<br />
   Da ich die Meinung vertrete, dass eine ausgeglichene und ausreichende Pflanzenernährung der vorrangige Schutz unserer Gartenpflanzen vor Krankheiten ist so hat dieser kleine Versuch gezeigt, dass dem organischem Handelsdünger der Vorrang gegenüber dem mineralischen Dünger gebührt.<br />
Ich weiß, dass mein Versuch kein exakt wissenschaftlicher ist -  ich glaube aber ihn sehr praxisnah vollzogen zu haben. Auch werde ich ihn im kommenden Jahr weiterführen und eventuell berichte ich dann weiter.<br />
B.Dettmar  <br />
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