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Wie Spalierbäume selbst auf kleinen Grundstücken für Struktur sorgen

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Spalierobstbäume
  • Baumarten
  • Bäume
  • Kleine Gärten - Große Wirkung

JamesDeMers from Pixabay

Wer in einer Neubausiedlung lebt, kennt das Problem. Die Grundstücke werden kleiner, die Nähe zu den Nachbarn größer. Auf 200 bis 300 Quadratmetern Gartenfläche bleibt wenig Raum für ausladende Bäume mit breiter Krone.

 

Genau hier spielen Spalierbäume ihre Stärke aus. Durch ihre flache, fächerförmige Kronenform wachsen sie in die Breite statt in die Tiefe und brauchen oft nur 40 bis 50 Zentimeter Platz. Das macht sie ideal als lebendige Raumteiler, Sichtschutz oder gestalterisches Element entlang von Grundstücksgrenzen.

 

Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff Spalierbaum. Gemeint sind Bäume, deren Krone durch gezielten Schnitt in eine flache Ebene gezogen wird. Ursprünglich stammt die Technik aus dem französischen Obstbau des 17. Jahrhunderts, wo sie an Klostermauern und in Schlossgärten zum Einsatz kam.

 

Warum die flache Kronenform so gut in moderne Gärten passt

Die Ästhetik eines Spalierbaums unterscheidet sich grundlegend von der eines frei wachsenden Baums. Statt einer runden oder ovalen Krone entsteht ein transparenter, grüner Vorhang, der Licht durchlässt und gleichzeitig neugierige Blicke abhält. In dicht bebauten Wohngebieten wie den Neubauquartieren in München-Freiham oder Hamburg-Oberbillwerder ist das ein echter Vorteil.

 

Moderne freistehende Spaliergehölze benötigen dabei kein Drahtgerüst und keine Wand als Stütze. Zwei Baumpfähle reichen aus, um den Baum stabil zu halten. So lässt sich ein Formbaum flexibel im Garten platzieren, etwa als Abgrenzung zwischen Terrasse und Rasenfläche oder als grüner Rahmen für einen Sitzbereich.

 

Besonders beliebt sind Hochstammformen mit Stammhöhen zwischen 1,80 und 2,40 Metern. Sie bieten Sichtschutz auf Augenhöhe, ohne den Garten abzuriegeln. Unter dem Stamm bleibt Platz für Stauden, Bodendecker oder niedrige Gräser.

 

Welche Baumarten sich für den Spalier-Schnitt eignen

Nicht jede Baumart lässt sich gleich gut als Spalierbaum erziehen. Klassiker sind die Hainbuche (Carpinus betulus) und die Platane (Platanus acerifolia), deren flexible Triebe sich leicht in Form bringen lassen. Die Hainbuche hat zudem den Vorteil, dass sie ihr braunes Laub im Winter lange behält und so auch in der kalten Jahreszeit einen gewissen Sichtschutz bietet.

 

Immergrüne Alternativen wie die Glanzmispel (Photinia x fraseri 'Red Robin') oder die Steineiche (Quercus ilex) behalten ihr Laub das ganze Jahr über. Die Glanzmispel fällt zusätzlich durch ihren leuchtend roten Blattaustrieb im Frühjahr auf, der dem Garten von März bis Mai einen farblichen Akzent verleiht.

 

Auch Obstbäume lassen sich hervorragend als Spalierobst erziehen. Apfel und Birne sind dafür besonders geeignet, weil sie an den waagerechten Ästen reichlich Früchte tragen. Ein Spalier-Apfelbaum der Sorte 'Elstar' kann auf einer Breite von zwei Metern bis zu 15 Kilogramm Äpfel pro Saison liefern.

 

Pflanzung und Pflege in den ersten Jahren

Die beste Pflanzzeit für diese Formgehölze liegt zwischen Oktober und April, solange der Boden frostfrei ist. Containerware lässt sich grundsätzlich ganzjährig pflanzen, doch Ballenware aus der Baumschule etabliert sich in der kühleren Jahreszeit deutlich besser. Ein Pflanzloch, das doppelt so breit wie der Wurzelballen ist, gibt den Wurzeln genug Raum zum Einwachsen.

 

Im ersten Standjahr braucht ein frisch gepflanzter Spalierbaum regelmäßige Wassergaben. Etwa 20 bis 30 Liter pro Woche sind bei Trockenheit ein guter Richtwert. Spezialisierte Anbieter wie Spalierbaumspezialist.de, ein Ableger der niederländischen Venovi GmbH mit über 160 Jahren Baumschultradition aus Opheusden, empfehlen zudem eine Mulchschicht von 5 bis 8 Zentimetern um den Stamm, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

 

Der Formschnitt erfolgt idealerweise zweimal im Jahr: ein kräftiger Rückschnitt im späten Winter zwischen Februar und März sowie ein leichter Korrekturschnitt im Sommer zwischen Juni und Juli. Alle Triebe, die aus der flachen Ebene herauswachsen, werden dabei auf zwei bis drei Augen zurückgeschnitten. So bleibt die charakteristische Spalierform über Jahre hinweg erhalten.

 

Standortwahl und Abstände richtig planen

Ein häufiger Fehler bei der Pflanzung ist ein zu geringer Abstand zur Grundstücksgrenze. In den meisten Bundesländern schreibt das Nachbarrecht einen Mindestabstand von 50 Zentimetern für Bäume bis zwei Meter Höhe vor, in Baden-Württemberg sind es sogar 100 Zentimeter. Ein Blick in die jeweilige Landesbauordnung verhindert späteren Ärger mit den Nachbarn.

 

Zwischen einzelnen Spaliergehölzen hat sich ein Pflanzabstand von 2,50 bis 3 Metern bewährt. Nach zwei bis drei Standjahren wachsen die Kronen dann zusammen und bilden eine geschlossene grüne Wand. Wer schnellere Ergebnisse möchte, kann den Abstand auf 2 Meter verringern, muss dann aber häufiger zur Schere greifen.

 

Die Ausrichtung spielt ebenfalls eine Rolle. Spalierobstbäume profitieren von einem sonnigen Standort in Süd- oder Südwestlage, während Zierspalierbäume wie die Hainbuche auch mit Halbschatten gut zurechtkommen. Ein durchlässiger, lehmig-sandiger Boden bietet die besten Voraussetzungen für gesundes Wurzelwachstum über viele Jahrzehnte.

Gert

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