• Tiere im Garten

Zehn Prozent für unsere Vögel

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Vögel
  • Grünfink
  • Girlitz
  • Fitis
  • Amsel
  • Drossel
  • Star

GrünfinkFoto: fotomaster/Adobe StockAmsel, Drossel Fink und Star – was wären unsere Gärten ohne Vögel? Der neue Bericht „Vögel in Deutschland – Bestandssituation 2025“ stellt die Entwicklung von 304 in Deutschland brütenden und 125 rastenden Vogelarten dar. Über 50.000 Personen haben sich an dem Bericht beteiligt. Einer davon: Dr. Tobias Erik Reiners, Vorstandsvorsitzender des Dachverbands Deutscher Avifaunisten sowie leidenschaftlicher Vogelbeobachter.

Herr Reiners, wie geht es nach dem neusten Bericht den Vögeln in Deutschland?
Unsere Haupterkenntnis ist, dass die Dynamik zunimmt. Wir sehen den Klimawandel auch in den Vogelbeständen. Wärme liebende Arten nehmen zu, etwa der Bienenfresser oder die Zaunammer, die sich nicht mehr nur auf Weinberge beschränkt. Die Arten, die eher im Norden zu finden sind, nehmen dagegen ab. Ebenso Wiesenbrüter, die in der offenen Agrarlandschaft leben. Und wir haben wieder Aussterbeereignisse, der Goldregenpfeifer ist jetzt offiziell bei uns ausgestorben.

Neben dem Klimawandel sind auch die intensive Landnutzung und der Lebensraumverlust Ursachen für den Rückgang vieler Arten. Diese drei Faktoren spielen etwa im Wald eine ebenso große Rolle wie in den Siedlungen.

Und was können Sie zur Situation der typischen Gartenvögel sagen?
Auch bei den Siedlungsvögeln gibt es Gewinner und Verlierer. Eher anspruchslose Arten nehmen zu, Vögel mit höheren Ansprüchen ab. Dazu gehört etwa der Girlitz, mein Lieblingsvogel in den Gärten. Der ist vielleicht bekannt als naher Verwandter des Kanarienvogels und hat einen schönen Gesang. Er ist wie der Gartenrotschwanz vor allem in naturnahen Gärten zu finden und nimmt stark ab. Auch Grünfinken oder Feldsperlinge werden in den Siedlungen weniger, der Haussperling nimmt dagegen zu. Ihn findet man mittlerweile in fast jedem Garten, er ist auch weltweit die häufigste Art.

Wie kann man die Vögel in unseren Gärten fördern?
Sie brauchen einen guten Platz zum Nisten und natürlich auch Futter. Meist fehlen in den Siedlungen die Nistplätze, d.h. Sträucher, Bäume oder höhere Gräser. Wir haben es mit einem Verlust an Bäumen in den Siedlungen zu tun, und deswegen sind die Gärten ganz wichtig. Blumen für Bestäuber sind genauso wichtig, aber man muss den Vogelschutz auch nach oben denken und nicht nur in der Fläche.

GirlitzFoto: Robin/Adobe Stock An Nahrung brauchen einige Arten einerseits Sämereien. Andererseits füttern gerade Singvögel in der Brutzeit ihre Jungvögel mit Insekten. Gerade dann sind Insektenvorkommen ganz, ganz wichtig. Ebenso wichtig ist, dass Brutplatz und Insektenvorkommen nicht zu weit auseinanderliegen. Sonst bekommen die Jungen nicht in ausreichender Frequenz Futter.

Man kann auch Gehölze für Vögel pflanzen, ganz klassisch ist natürlich die Vogelbeere, die wird oft vergessen. Auch wenn man die Möglichkeit hat, einen Holunder zu pflanzen oder andere Wildgehölze wie eine Haselnuss, ist das für viele Vogelarten eine gute Nahrungsquelle. Auch Nistkästen sind wichtig. Aber ein Kasten allein reicht nicht, man muss auch immer an die Nahrung denken.

Es gab ja mal eine politische Diskussion darüber, dass man fünf bis zehn Prozent der Agrarlandschaft brach fallen lassen sollte, um die Feldvögel zu retten. Ich habe zehn Prozent der Fläche in meinem Garten brach fallen lassen. Man kann einfach um den Kompost herum ein bisschen was wachsen lassen, und nur das wirkliche Unkraut einzeln herausnehmen. So eine wilde Ecke ist enorm wertvoll, nicht nur für Vögel, sondern etwa auch für Schmetterlinge.

Worauf sollte ich bei der Fütterung achten?
Ich befürworte die Vogelfütterung, auch gerne ganzjährig, aber nicht im Übermaß. Also bitte nicht dauerhaft und säckeweise, das ist nicht nur aus hygienischen Gründen kontra­produktiv. Also ruhig die Futterstelle mal leer fressen lassen, eine Weile warten, sauber machen und den Standort der ­Futterstelle mal wechseln. Das macht es auch den Katzen schwieriger.

FitisFoto: fotomaster/Adobe Stock Das Futter sollte qualitativ gut sein, also bitte nicht irgendwo im Baumarkt kaufen, nur weil es dort günstiger ist, dann lieber nur die Hälfte füttern. Man kann das Futter auch variieren, also mal Mehlkäferlarven oder mal Erdnüsse, die mögen Kleiber oder Meisen sehr gern. Bei Trockenheit ist Wasser wichtig, auch hier bitte auf die Hygie­ne achten.

Das Interview führte Sören Keller, 
Redaktion „Gartenfreund“, Verlag W. Wächter

Grünes Glück - Ratgeber für Neulinge im Kleingarten

„Grünes Glück“ - Der perfekte Ratgeber zur Begrüßung neuer Mitglieder

Die Broschüre „Grünes Glück“ fasst auf 48 Seiten übersichtlich zusammen, was für Neulinge im Kleingarten wichtig und hilfreich ist.

› Was bedeutet eigentlich kleingärtnerische Nutzung?
› Wie funktioniert individuelle Gartenplanung?
› Wie gelingt erfolgreicher Obst- und Gemüseanbau?
› Welche Zierpflanzen eignen sich für meinen Garten?
› Welche Rechtsfragen sind zu beachten?

 

„Grünes Glück" nimmt neue Kleingärtnerinnen und -gärtner an die Hand und macht sie fit für ihr neues Hobby! So können neue Pächterinnen und Pächter im Verein besonders schnell Wurzeln schlagen!

Leseprobe & Bestellung

Online-Seminar am 29.09.2026

Blumen aus Knollen und Zwiebeln

Entdecken Sie die Welt der Tulpen, Dahlien, Anemonen und Narzissen mit der Bio-Blumengärtnerin und Schnittblumen-Expertin Chantal Remmert:
► Herbstpflanzungen: Tulpen, Narzissen, Krokusse    
► Frühjahrspflanzungen: Dahlien und Gladiolen
► Experten-Wissen rund um Anemonen und Ranunkeln
► Optimale Kultur und Pflege: Standort, Düngung, Bewässerung
► Praktische Tipps für Blumenbeet und Kübel, Arten und Sorten

+ Am Ende beantwortet Chantal Remmert Ihre individuellen Fragen zu Knollen- und Zwiebelblumen.

Alle Infos & Anmeldung

Was liegt an im Gemüsegarten?

Gemüsegarten August

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den August.

mehr…

Unsere Gartenschätze

Im Fokus: Gartenschätze

Sie sind auf der Suche nach Besonderheiten für Ihren Garten? Dann schauen Sie sich doch mal unsere Gartenschätze an. 

mehr…

Der Blühkalender der Stauden

Der Blühkalender der Stauden

Unser Blühkalender hilft Ihnen dabei, Stauden mit unterschiedlichen Blütezeiten zu pflanzen – das freut das Auge und bietet vielen Insekten das ganze Gartenjahr Nahrung.

mehr…

Was liegt an im Obstgarten?

Obstgarten August

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den August.

mehr…

Gartenfreund Spezial - Wildbienen

„Gartenfreund Spezial“: Wildbienen

Eine Ausgabe „Gartenfreund Spezial“ mit nur einem Thema: Wildbienen!

Alles Wissenswerte zu den spannenden und schützenswerten Insekten. Vom Erkennen der unterschiedlichen Arten bis hin zu praktischen Tipps, wie man ihnen im eigenen Garten eine Heimat bieten kann.

Ideal auch für Schulungen und Lehrgänge.

Alle Infos & Bestellung

Blühkalender Sommerblumen

Mit ein- und zweijährigen Sommerblumen können Sie für ein wahres Blütenmeer im Garten sorgen. Unser Aussaat- und Blühkalender hilft Ihnen dabei, die Blumen so auszuwählen, dass Sie das gesamte Gartenjahr Wildbienen und Co. Nahrung bieten können.

mehr…

Was liegt an im Ziergarten?

Ziergarten August

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den August.

mehr…

„Der Fachberater“ – damit Sie auf dem Laufenden sind!

Der Fachberater

Für Gartenfachberater, Vereinsvorstände und alle, die es genauer wissen wollen: „Der Fachberater“ informiert Sie vier Mal im Jahr über gartenfachliche und verbandspolitische Themen des Klein­gar­ten­wesens. Die Ver­bands­zeit­schrift des Bun­des­ver­ban­des Deutscher Gartenfreunde widmet sich zudem Ausgabe für Ausgabe verschiedenen Schwer­punkt­the­men.

mehr...