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Dachbegrünung

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Aufbausysteme


Illustration DachbegrünungFoto: ZinCo GmbH


Bei der Dachbegrünung gibt es drei verschiedene Aufbausysteme. Sie setzen eine obligatorische Schutzlage voraus, welche die Dachabdichtung vor Schäden bewahrt. Der dreischichtige Aufbau ist das Standardverfahren für die Intensivbegrünung, kann aber auch für extensive Begrünungen verwendet werden:

  • Auf der Schutzlage liegt eine Drän­schicht, die das Überschusswasser der darüberliegenden Schichten aufnimmt und zu den Abläufen leitet. Die Drän­schicht besteht meist aus Sand, Kies, Splitt, Lava oder Bims. Auch Recycling-Produkte auf der Basis von Tonziegeln kommen zum Einsatz.
  • Darüber liegt eine Filterschicht (Filtervlies). Durch sie fließt Wasser aus der Vegetationsschicht in die Drän­schicht. Ihre Filterwirkung hält feine Boden- und Substratteile zurück und verhindert ein Verschlämmen der Drän­schicht.
  • Zuoberst liegt die Vegetationsschicht. Sie besteht aus Boden- oder Schüttstoffgemischen und dient den Pflanzen als Substrat.

Beim zweischichtigen Aufbau entfällt die Filterschicht. Das setzt voraus, dass Vegetationsschicht und Dränschicht „filterstabil“ sind. Die Korngrößen in beiden Schichten müssen so gewählt werden, dass kein Materialaustausch stattfinden kann. D.h., die Zwischenräume der Drän­schicht dürfen nicht so groß sein, dass feine Materialen des Bodens in sie eindringen und sie zusetzen können.

Der einschichtige Aufbau kommt ohne Filter und Dränschicht aus. Deren Funktionen übernimmt allein die Vegetationsschicht. Dieser Aufbau ist besonders für Dächer mit starkem Gefälle geeignet, da er nur eine geringe Dränleistung bietet. Bei einer Dachneigung unter 2° ist er nicht zu empfehlen, da es zur Bildung von Pfützen kommen kann, die sich negativ auf die Bepflanzung auswirken.

Eine komfortable, aber etwas kostspieligere Alternative zu den geschütteten Drän­schichten sind Dränagesysteme aus Kunststoff. Die Mulden an ihrer Oberseite dienen als Wasserspeicher für die Pflanzen. Die Verlegung eines solchen Systems zeigt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung.

 

Fachberatern „praktisch“ über die Schulter geschaut

Dachbegrünung - Schritt 1 1) Dränagesysteme aus Kunststoff werden einfach ausgerollt. Filtervlies bedeckt die oberseitigen Wasserspeicher-Mulden. Dachbegrünung - Schritt 2 2) Einrastende Noppen verbinden die Längsseiten der Bahnen. An den Rändern wird das Vlies über­ge­schla­gen.
Dachbegrünung - Schritt 3 3) Als Schüttstoff für die Vegetationsschicht kommt hier ein Recycling-Produkt (Tonziegel) zum Einsatz.
 
Dachbegrünung - Schritt 4 4) Danach wird das Substrat vorsichtig und gleichmäßig mit der Holzharke auf der Dachfläche verteilt.
Dachbegrünung - Schritt 5 5) Jetzt geht es an die Bepflanzung!
Sedum-Begrünungen werden oft als Spros­sen­aus­saat vorgenommen.
Dachbegrünung - Schritt 6 6) Danach die Sedum-Sprossen leicht einharken. Das fördert den Kontakt mit dem Substrat und das Anwachsen.

 
Sicherheit

Achten Sie auf Ihre Sicherheit. Bei einem intensiv begrünten und als Freizeitraum genutzten Dach sind Absturzsicherungen selbstverständlich (Geländer, erhöhte Dachränder). Aber auch ein extensiv begrüntes Dach bedarf jährlicher Pflege- und Wartungsarbeiten. Bedingt durch die Hö­he sind diese besonders unfallträchtig.

Betreten Sie ein Gründach nie bei Nässe oder Schnee. Beim Besteigen des Daches sollte eine zweite Person die Leiter halten. Tragen Sie stets festes Schuhwerk. Und wenn Sie zu Schwindel und Kreislaufschwäche neigen, behalten Sie besser festen Boden unter den Füßen und überlassen die Pflege Ihres Gründachs hilfsbereiten Gartenfreunden.

Sven Wachtmann
Landesfachberater des Landesverbandes
Berlin der Gartenfreunde

 

Pflanzen für die extensive Dachbegrünung

  • Blut-Nelke
    Dianthus cruentus
  • Blutroter Storchschnabel
    Geranium sanguineum
  • Dach-Hauswurz
    Sempervivum tectorum
  • Deckblatt-Fetthenne
    Sedum aizoon
  • Filziges Hornkraut
    Cerastium tomentosum
  • Gekielter Lauch
    Allium carinatum
  • Goldhaar-Aster
    Aster linosyris
  • Heide-Nelke
    Dianthus deltoides
  • Kugel-Lauch
    Allium sphaerocephalon
  • Östliches Wimper-Perlgras
    Melica ciliata Dach-HauswurzFoto: Martina Osmy/Fotolia.com Die Dach-Hauswurz siedelt seit vielen Jahrhunderten auf Dächern. Früher glaubte man, dass sie ein Haus vor Blitzschlag schützt.
  • Rosen-Zwerg-Lauch
    Allium oreophilum
  • Sand-Thymian
    Thymus serpyllum
  • Sarmantische Glocken­blume
    Campanula sarmatica
  • Scharfer Mauerpfeffer
    Sedum acre
  • Silbergraues Steinkraut
    Alyssum argenteum
  • Steinbrech
    Saxifraga x arendsii
  • Weiße Fetthenne
    Sedum album
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