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Kohlrabi anbauen

So gelingt Ihnen der Kohlrabianbau

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  • Kohlrabi
  • Anbau
  • Sorten
  • Kohl­hernie

Kohlrabi anbauenFoto: ARochau/Fotolia Kohlrabi ist eine einfache und pflegeleichte Kultur.


Einfach und schnell im Anbau, mild im Geschmack, zart genug zum Rohessen und am besten bekömmlich von allen Kohlarten: Kohlrabi hat viele Vor­züge, kein Wunder also, dass der Anbau von Kohlrabi im eigenen Garten weit verbreitet ist. Viele schätzen zudem seinen gesundheitlichen Wert.


Kultur von Frühjahr bis Herbst

Die Anbausaison im Freiland erstreckt sich von März bis September. Kommen Gewächshäuser oder Frühbeete zum Einsatz, lässt sich die Erntezeit sogar noch weiter ausdehnen. Kohlrabi eignet sich auch gut für den Mischkulturanbau, z.B. mit Salat, Gurken oder Bohnen. Erfahrene Gartenfreunde verteilen den Anbau auf mehrere kleine Sätze im Abstand von drei bis vier Wochen. Sie sichern sich dadurch fortlaufende Ernten bei gleichmäßig zarter Knollenqualität.


Kohlrabi als MischkulturFoto: Flora Press/Otmar Diez Kohlrabi kann gut in Mischkultur mit Salat gepflanzt werden.



Überschaubares Sortenspektrum

Im Vergleich zu Salat oder Fruchtgemüse ist die Sortenvielfalt bei Kohlrabi überschaubar. Farblich unterscheidet man wei­ße sowie blaue, anthocyanhaltige Kohlrabisorten. Blaue Sorten benötigen fürs Wachstum einige Tage länger als weiße.

Blaue KohlrabisortenFoto: Flora Press/Daniela Kunze Blaue Kohlrabisorten schmecken nicht nur gut, sondern sehen auch noch dekorativ aus. Für den Anbau im Gewächshaus oder Frühbeet im Frühjahr oder Herbst eignen sich die schossfesten weißen Sorten ‘Quickstar’ und ‘Express Forcer’ be­son­ders gut. Für den Freilandanbau von Frühsommer bis Herbst sind u.a. ‘Noriko’, ‘Delikatess’ und ‘Korist’ F1 geeignet. Die Sorte ‘Opus’ F1 ist aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Falschen Mehltau besonders empfehlenswert.

Deutlich langsamer entwickeln sich Riesenkohlrabi-Sorten wie ‘Superschmelz’ oder ‘Gigant’ F1, sie er­reichen dafür aber oft ein Knollen­gewicht von meh­re­ren Kilogramm, ohne holzig zu werden. Sie eignen sich also besonders für den Anbau in großen Ge­mü­se­gär­ten.


Kohlhernie auf der Lauer

In der saisonalen Kulturfolge kann Kohlrabi als Vor-, Haupt- oder Nachfrucht ste­hen. In der jährlichen Fruchtfolge müssen Sie aber auf ausreichende An­bau­pau­sen zu anderen Kohlgewächsen achten. Frü­hes­tens nach vier Jahren sollte wieder Kohl auf demselben Beet stehen. Bei Nichtbeachtung drohen verschiedene Fruchtfolgekrankheiten, allen voran Kohl­hernie. Diese Pilzkrankheit kann zu großen Ausfällen bei allen Kohlgewächsen führen. Während Sie beim Anbau von Weiß-, China- und Blumenkohl be­reits von Kohlhernie-toleranten Sorten pro­fitieren können, lässt dieser positive Effekt bei Kohlrabi noch auf sich warten.


Knollenschäden vermeiden

Ausreichende Düngung und gleichmäßige Bewässerung sorgen für eine schnelle Entwicklung der Kohlrabipflanzen. Dies ist wichtig, um holzige oder geplatzte Knollen zu vermeiden. Ausbleibende Knollenbildung, verformte Knollen oder Auftreten von Schossern haben ihre Ursache meist in Kulturfehlern, falscher Sortenwahl oder zu niedrigen Temperaturen. Bei der Jungpflanzenanzucht im Frühjahr sollten beispielsweise 12 °C möglichst nicht für längere Zeit unterschritten werden, denn das führt zur Blütenbildung.


Früher Start ins Kohlrabijahr

Im Gewächshaus beginnt der Anbau ab Mitte/Ende Februar. Die Setzlinge dafür kaufen Sie am besten beim örtlichen Gärt­ner oder im Gartencenter. Die Jungpflanzen sollten einen kräftigen Wurzelballen und schon kleine, sichtbare Knöllchen auf­weisen. Eine Abdeckung mit Vlies oder Folie begünstigt das Wachstum bei den ersten Sätzen im Frühjahr und lässt somit eine frühere Ernte erwarten.


Kohlrabi anziehenFoto: Jaksch Ab März können Sie die Pflanzen selbst anziehen.


Für den späteren Anbau können Sie die Anzucht auch selbst vornehmen. Bereits eine Woche nach der Aussaat können Sie die Sämlinge in kleine Töpfchen oder Topf­platten pikieren und bei etwa 15 °C hell aufstellen. Nach weiteren drei bis vier Wochen können Sie die Jungpflan­zen im Abstand von 25–30 x 25–30 cm in den vorbereiteten Boden pflan­zen. Im Sommer eignen sich nun, wit­te­rungs­be­dingt, kleinere Pflanzen besser als große. Denn bei großen Pflanzen ist das Verhältnis von Wur­zel zu Blattmasse oft noch unausgeglichen, und sie würden bei trockener Witterung mehr Wasser verdunsten als sie aufnehmen können. Pflanzen Sie den Wurzelballen nur zur Hälfte in den Boden. Tieferes Pflanzen fördert einen Fäulnisbefall auf der Knollenunterseite.

Mit der Pflanzung sollten Sie auch eine leichte Grunddüngung mit Hornmehl (ca. 40 g/m²) aus­brin­gen. Zur Kopfdüngung nach vier Wochen (beginnendes Knollenwachstum) können nochmals 40 g/m² Horndünger verabreicht werden. Da in den meisten Gärten die Böden durch hohe Kom­post­ga­ben ausreichend mit Phosphat und Kali versorgt sind, sollten Sie keine Volldünger einsetzen.


Weiße KohlrabisortenFoto: Pixelmixel/Fotolia Weiße Kohlrabisorten haben grundsätzlich eine etwas kürzere Kulturzeit als blaue.


Bei ausreichender Anbaufläche können Sie Kohlrabi ab dem Sommer auch direkt aussäen (ca. 0,5 g Saatgut pro m²). Die Keimung erfolgt meist bereits nach weni­gen Tagen, dann wird auf den o.a. Endabstand vereinzelt.


Einfache Pflegearbeiten
Rechtzeitig ernten

Ernten Sie Kohlrabi immer frühzeitig, die Knollen werden sonst schnell hart und holzig. Eine Ausnahme bilden lediglich die Riesenkohlrabi-Sorten, die auch trotz üppiger Größe ihre Zartheit bewahren können. Bei der Zubereitung zarter Knollen können Sie auf das Schälen verzichten.

Die Kulturarbeiten beinhalten die Un­kraut­be­sei­ti­gung, die Schädlingsbekämp­fung sowie die gleichmäßige Wasserversorgung bei beginnender Knollenbildung. Kohlpflanzen sind bei Schäd­lin­gen sehr beliebt. Neben Erdflöhen, Blattläusen und den Maden der Kohl­fliege und Kohl­dreh­herz­mücke schädigen vor allem die Raupen diverser Kohlschmetterlinge und Schnecken die Pflanzen.

Eine einfache vorbeugende Maßnahme mit breiter Wirkung gegen die meisten der an­ge­führ­ten Schäd­lin­ge ist die Auflage eines allseitig ge­schlos­se­nen Schutz­netzes. Dieses verhindert die Eiablage auf den Pflanzen und somit weitgehend auch den Schäd­lings­be­fall.

Für Pflegearbeiten, wie Unkraut hacken oder düngen, müssen Sie das Netz kurz ab­neh­men und an­schlie­ßend sofort wieder auflegen. Dem häufig auftretenden Platzen der Knollen liegen ver­schie­de­ne Ursachen zugrunde. Einerseits kann über­mäßige oder un­re­gel­mä­ßi­ge Was­ser­ver­sor­gung die Ursache sein, an­de­rer­seits kann der Anstich der Kohldrehherzmücke ein späteres Aufplatzen verursachen.

Thomas Jaksch
Betriebsleiter Gemüsebau,
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

 

Empfehlenswerte Sorten

Sorte
Aussaat
(Monat)
Ernte
(Monat)
Kultur
‘Lanro’ (weiß) I–VII IV–X Gw./Fl.
‘Azur Star’ (blau) I–VII IV–X Gw./Fl.
‘Blaro’ (blau) I–VII IV–X Gw./Fl.
‘Korist’ F1 (weiß) II–VI V–X Fl.
‘Opus’ F1 (weiß) II–VII V–X Fl.
‘Delikatess’ (weiß) II–VI V–X Fl.
‘Delikatess’ (blau) II–VI V–X Fl.
‘Konan’ F1 (weiß) III–V VI–IX Fl.
‘Kossak’ F1 (weiß) III–V VII–X Fl.
‘Noriko’ (weiß) III–VI VI–X Fl.
‘Superschmelz’ (weiß) III–V VIII–X Fl.
‘Gigant’ F1 (weiß) IV–VI VI–XI Fl.
‘Express Forcer’ F1 (weiß) X–III II–VI Gw./Fb.
‘Quickstar’ F1 (weiß) X–III II–VI Gw./Fb.
(Gw. = Gewächshaus, Fb. = Frühbeet, Fl. = Freiland)

 

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