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Blaukraut bleibt Blaukraut - Rotkohl richtig anbauen

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Blattgemüse
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  • Aussaat
  • Fruchtfolge
  • Kohlhernie

BlaukrautFoto: Freidberg/Fotolia.com Rotkohl, auch Blaukraut genannt, ist ein Muss für viele Gerichte, am besten schmeckt er aus dem eigenen Garten.


Was Sie beim Anbau von Rotkohl beachten sollten

Entlang der Elbmündung, eingefasst von den Deichen der Nordsee, ist er zu finden. In Dith­mar­schen ist der Kohl allgegenwärtig. Die verschiedensten Arten des beliebten und vitaminreichen Blattgemüses wachsen hier sehr kräftig in Farbe und Geschmack.

Das Klima an der norddeutschen Küste und der gute Boden sind der Grund, warum der Anbau von Kohl hier so gut funktioniert. Nicht zu heiß, nicht zu trocken und reichlich Nährstoffe im Boden: Das sind die entscheidenden Voraussetzungen, damit Kohl gut gedeihen kann. Was ebenso wichtig ist, erklärte mir der Fachberater des Kreisverbandes Dithmar­schen, Arnold Jessen: „Kohl muss neben Kohl stehen! Er mag die Gesellschaft.“

Jessen erklärte auch, dass der Boden unverbraucht sein müsse. Es sollten vorher mindestens fünf, besser sieben Jahre keine Pflanzen der Familie der Kreuzblütler angebaut worden sein. Da viele Gründüngungspflanzen aus dieser Familie kommen, ist hier besonders Obacht zu geben. Frucht­fol­ge ist unser bester Partner bei der Bewirtschaftung des Gartens. Anbaupläne, die mit Weitsicht gestaltet worden sind, sind das beste Pflanzenschutzmittel!


Tipps gegen Kohlhernie

Kohlhernie ist die bedeutendste Krankheit beim Anbau von Kohlgewächsen. Der Schleimpilz zeigt sich durch Wuchsverformungen am Wurzelhals. Diese schnüren den Nachschub an Wasser und Nährstoffen quasi ab, und die Pflanze geht letztendlich ein. Bei Weiß-, China- und Blumenkohl hat es in der Züchtung Erfolge in Richtung Resistenzen gegeben. Beim Rotkohl soll laut Handel die neue Rotkohlsorte ‘Lodero’ F1 resistent gegen Kohlhernie sein.

Die wichtigsten Maßnahmen bleiben aber das Einhalten der Fruchtfolge, ein konstanter pH-Wert des Bodens von ­mindestens 6 bei leichten Böden und 7 bei schweren Böden sowie eine tief­grün­di­ge Lockerung des Bodens vor dem Pflanzen und ein ausgewogener Was­serhaushalt. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.


Hoher Nährstoffbedarf

Kompostgaben zur Bodenverbesserung sind in Gärten mit leichterem Boden sehr wichtig. Kohl ist ein Starkzehrer, er hat einen sehr hohen Nährstoffbedarf. Rotkohl benötigt gut 20 g N/m², 7 g P/m² und 30 g K/m² übers Jahr. Wichtig ist das Verhältnis der Nährstoffe zueinander. Also bitte nicht zu einseitig düngen.


Die richtige Aussaat

Unter Glas säen Sie von Februar bis April aus, im Freiland von April bis Mai. Die Kohlsaat ist für Vögel sehr verlockend. Aus diesem Grund ist es ratsam, die Jungpflanzen im Frühbeet, im Gewächshaus oder auf der Fensterbank anzuziehen. Pflanzen Sie die Sämlinge dann, wenn sie größer sind, ab Mitte, Ende April, ins Freiland aus. Für einen späteren Satz Rotkohl können die Samen direkt ins Freiland ausgesät werden. Sie müssen dann aber unbedingt Maßnahmen zur Vogelabwehr ergreifen.

Nehmen Sie eine saubere Saatschale mit frischer, feiner Blumen- oder Aussaat­erde. Ziehen Sie eine ca. 1 cm tiefe Rille und legen Sie die Samen ein. Anschließend bedecken Sie die Samen mit Erde und gießen gründlich an. Die Erde muss gleichmäßig feucht gehalten werden, damit die Keimung nicht unterbrochen wird. Nach sieben bis zehn Tagen zeigen sich die ersten Pflanzen. Zu dicht stehende Pflanzen sollten vereinzelt werden.

Diese Arbeitsschritte können durch den Ankauf von vorgezogenen Jungpflanzen abgekürzt werden. Sind die eigenen oder gekauften Jungpflanzen stark genug und das Wetter spielt mit, können sie ausgepflanzt werden.


RotkohlFoto: Kleinworth Rotkohl eignet sich auch für den Anbau im Hochbeet, gerade hier sollten Sie beachten, dass Rotkohl ein Starkzehrer ist.


Schutz vor Sonne und Raupen

Ob nun im Hochbeet oder im Freiland, ein Gemüsefliegennetz über der Kultur bietet viele Vorteile. Das Klima unter dem Netz ist ausgeglichen, die Sonneneinstrahlung ist nicht so massiv. Schäd­lin­ge, wie z.B. der Kohlweißling, kommen nicht ans begehrte Ziel.

Wasser und Nährstoffe sollten dem Kohl in angemessener Menge zur Verfügung stehen. Ab Juli fangen die Pflanzen an, die begehrten Köpfe auszubilden. Eine regelmäßige Kontrolle auf den Vielfraß Kohlweißling hin ist wichtig, um einem möglicherweise totalen Ernteverlust vorzubeugen. Den weißen, tagaktiven Falter kann mit einem Fangnetz nachgestellt werden. Die Raupen am Kohl muss man absammeln und vernichten.

Im September fangen die ersten Köpfe an auszureifen. Erntezeit! Die Mühe lohnt sich, denn haltbar gemacht ist der Rotkohl, wie seine Artgenossen, ein stetiger Begleiter bei Tisch.

Ich wünsche beim Anbau und bei der Zubereitung eines leckeren Festessens gutes Gelingen. Nehmen Sie die Gelegenheit wahr und erklären Sie Ihren „Mitessern“, wie Sie diesen Kopf Blau­kraut von seinen Kindesbeinen an selbst groß gemacht haben. Gut Grün!

Thomas Kleinworth,
Landesfachberater des
LV Schleswig-Holstein der Gartenfreunde