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Thema: Schneckenbekämpfung im ökologischen Gartenbau  (Gelesen 8424 mal)

Alain Hamm

  • Gast
Schneckenbekämpfung im ökologischen Gartenbau
« am: 16. April 2001, 12:52:00 »
Grundsätzliches zur Schneckenproblematik
Die Schneckenbekämpfung stellt für den Gärtner in jeder Wirtschaftsweise ein schwierig zu lösendes Problem dar. Es handelt sich bei diesen Schaderregern in der Regel um gemischte Populationen von Nackt- und Gehäuseschneckenarten aus den Familien Wegschnecken (Arionidae), Egelschnecken (Limacidae), Ackerschnecken (Agriolimacidae), und  Schnirkelschnecken (Helicidae). Die Arten haben unterschiedliche Lebensansprüche und sind im Gartenboden, auf der Bodenoberfläche und in der Strauchschicht zu finden. Allgemein günstige Faktoren für eine Massenvermehrung sind milde Winter, gleichmäßiger Regen im Frühjahr, Sommer und Herbst sowie das Fehlen extremer Temperaturwerte. Der Optimaltemperaturbereich liegt zwischen 15°C und 21°C (GODAN 1979). Demgegenüber wirken trockene Witterung (hauptsächlich in den Monaten Juni bis Juli und dann wieder im September bis Oktober), plötzlich stark absinkende Temperaturen im Sommer, ein Kälteeinbruch oder leichter Frost im frühen Herbst sowie Parasiten und Prädatoren einem Massenauftreten entgegen.
Probleme mit Schneckenfraß treten häufig im Randbereich der Felder auf, die an grasig-krautige Feld-, Wiesen- und Wegraine grenzen. Schnecken wandern von dort in der Abenddämmerung ins benachbarte Feld, um zu fressen und ziehen sich in den Morgenstunden wieder zurück. Die geschlossene Krautschicht bietet neben ausreichend Nahrung eine hohe Feuchtigkeit und genügend Versteckmöglichkeiten während der Tagesstunden. Weiterhin werden auf diesen Flächen keine Bodenbearbeitungsmaßnahmen durchgeführt, so dass die Entwicklung der Schnecken ungestört fortlaufen kann.
In solchen Fällen hat sich eine 3-5 m breite, streifenförmige Randflächenbehandlung mit Metaldehyd-Ködern bewährt. Im integrierten und konventionellen Landbau können Methiocarb-Köder oder Kalkstickstoff (Calciumcyanamid) eingesetzt werden. Beide Präparate finden jedoch im Ökologischen Gartenbau keine Verwendung.

Biologische Bekämpfung mit Nematoden
Eine recht wirksame biologische Methode zur Bekämpfung der Genetzten Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) im Ökologischen Landbau ist der Einsatz von Nematoden der Art Phasmarhabditis hermaphrodita. Auf den Boden aufgebracht suchen sie aktiv die
Ackerschnecken auf und dringen durch das Mantelschild in diese ein. Im Inneren geben sie ein Bakterium ab, das einen Fraßstop der Schnecken nach ca. 3 Tagen verursacht. Nach weiteren 3 bis 6 Tagen sterben die Schnecken ab. Da jedoch eine große Wirtsspezifität besteht und andere Schnecken nur unzureichend betroffen werden, ist diese Methode nur begrenzt einsetzbar.

Eisen-III-phosphat - ein neues Schneckenbekämpfungsmittel in Zukunft auch für den Ökologischen Landbau?
Ein Schneckenköder auf Basis von Eisen-III-phosphat wird weltweit erstmalig von einer deutschen Firma der Praxis zur Verfügung gestellt. Das Mittel stellt eine wirksame Alternative für Metaldehyd dar und darf bis zum 31. März 2002 im ökologischen Landbau verwendet werden. Im Gegensatz zu Metaldehyd wird durch das Fressen des Eisen-III-phosphat-Köders ein schneller Fraßstopp erzielt. Die Schnecken schleimen nicht aus und ziehen sich in ihre Verstecke zurück, wo sie nach einigen Tagen sterben. Deshalb sind kaum verendete Schnecken auf dem Feld zu sehen. Der Wirkstoff führt zu Zellveränderungen im Kropf und der Mitteldarmdrüse, wobei die Tiere kaum noch auf Berührungsreize reagieren und sich oft eine lederartige trockene Haut ausbildet. Der als Pflanzenschutzmittel bis zum Jahr 2008 zugelassene Köder kann im Freiland, unter Glas und im Kleingarten in Gemüse, Kohl, Salat, Erdbeeren und Zierpflanzen eingesetzt werden.

Alain Hamm, Gf

Petra Kubon

  • Gast
Re : Schneckenbekämpfung im ökologischen Gartenbau
« Antwort #1 am: 16. April 2001, 18:07:00 »
Hallo Alain!
Das war ein schöner umfassender Bericht über die Schneckenbekämpfung. Mich würde interessieren wie man an die Nematoden zur Schneckenbekämpung kommt.

Petra

Alain Hamm

  • Gast
Re : Schneckenbekämpfung im ökologischen Gartenbau
« Antwort #2 am: 16. April 2001, 21:21:00 »
Hallo Petra!

 
Schneckenparasitische Nematoden:
         
Phasmarhabditis hermaphrodita A. SCHNEIDER,14, 15, 18,        Nacktschnecken (Gatt. Deroceras, Agriolimax u.a.)
14    re natur GmbH ,24601 Stolpe
Tel. 04326-98610, Fax 04326-98611
15    Sautter und Stepper GmbH , 72119 Ammerbuch
Tel. 07032-957830, Fax 07032-957850
18   Hatto Welte, Nützlinge 78479 Insel Reichenau
Tel. 07534/7190, -7400, Fax 07534/1458

aus Berlin,

Alain



Kai Lewendoski

  • Gast
Re : Schneckenbekämpfung im ökologischen Gartenbau
« Antwort #3 am: 11. Juni 2001, 11:21:00 »
Hallo Alain,
ich als Neuhobbygärtner habe in diesem Jahr zum ersten Mal erlebt, was eine Schneckenplage ist. Viel ist teilweise nicht übrig geblieben - Rucola mochten die kleinen Kriecher nicht, dafür aber alles andere.

Nun meine Frage: Ich möchte auf Chemie so weit wie möglich verzichten und habe nach Schneckenzäunen Ausschau gehalten.

Dabei habe ich folgendes Produkt entdeckt: http://www.ertl-maschinenbau.com/schnecke/start.htm

Es handelt sich um ein Blech aus Zink und Kupfer, das die Scnecken durcg einen galvanischen Effekt am Überkriechen hindern soll. Meine Frage: Kann es sein, dass sowas wirkt? Dieser Zaun ist recht günstig und wahrscheinlich auch schnell zu bekommen...

Kai

Petra Kubon

  • Gast
Re : Schneckenbekämpfung im ökologischen Gartenbau
« Antwort #4 am: 26. Januar 2007, 13:21:00 »
Hallo Petra, ich schreibe Dir nicht wegen der Schnecken sondern
wegen unseres gleichen Namens. Habe grad mal gegoogelt!
Ich bin 47 Jahre alt, wohne und arbeite in Leipzig und würde mich über Antwort freuen.
...und Schnecken im Garten habe ich auch zu beklagen (im Sommer :))

 

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