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Naturnah gestalten: Artenvielfalt im Garten

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Artenvielfalt
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NützlingswieseFoto: Kiepenkerl Natur in ihrer ganzen Pracht: Über diese Nützlingswiese freuen sich sicher nicht nur Insekten Raspel, raspel, raspel ..." Eine Raupe des Tagpfauenauges knabbert ge­nüss­lich am Blatt einer Gro­ßen Brenn­nes­sel (Urtica dioica ssp. dioica). Während der Gartenfreund die Pflan­ze am liebsten für immer aus seinem Garten verbannen würde, sind die Raupen dieses schönen Tagfalters existenziell auf sie an­gewiesen.Denn sie ernähren sich aus­schließ­lich von der wehrhaften Pflanze.

Mit dieser Einleitung ahnen Sie, liebe Leserinnen und Leser, sicher schon, wohin die Reise gehen soll. Wir wollen Ihnen zeigen, welche Vorteile ein artenreicher Garten, in dem auch heimische Pflanzen und Tiere einen Platz haben, für Mensch und Natur hat. Gleichzeitig geben wir Ihnen einige Tipps, wie Sie Ih­ren Garten in einen vielfältigen Lebensraum ver­wan­deln können.


Bestäuber, Blattlausfresser und Schneckenvertilger

Mit einem naturnah angelegten Garten die Tierwelt zu fördern, kann für den Gartenfreund viele Vorteile mit sich bringen. Da sind zum einen die bestäubenden Insekten wie Bienen, Hummeln, Fliegen oderSchmetterlinge, ohne die viele Pflan­zen keine Früchte hervorbringen.

TagpfauenaugeFoto: Werle Das Tagpfauenauge ist ein beliebter Gast im Garten, die Raupen ernähren sich jedoch ausschließlich von der oftmals ungeliebten Brennnessel Hinzu kommen die so genannten „Schädlingsvertilger": Die Larven von Schwebfliegen und Ma­rien­kä­fer ver­tilgen „en masse" Blattläuse, Ohrwür­mer machen sich ebenfalls über Blatt- und Schild­läu­se sowie Spinnmilben her, Igel und Kröten verzeh­ren Schne­cken, Vögel fressen Raupen ...

Und wer freut sich nicht über den bunten Schmetterling, der sich auf einer Blüte niederlässt, oder über summende Bienen auf ihrer Nahrungssuche. Und ein Garten, in dem ein Igel „sesshaft" ge­wor­den ist, bringt sicher auch viele Kinderaugen zum Leuchten.


Heimische Sträucher und „Nützlingswiesen"

Den Garten abwechslungsreich zu gestalten, ist gar nicht so schwer. Für naturnahe Bereiche eig­nen sich z.B. heimische Bäume wie die Gewöhnliche Hainbuche (Carpinus betulus) oder die Ge­wöhn­li­che Eber­esche (Sorbusaucuparia), auch als Vogelbeere bekannt. Empfehlenswerte heimische Sträucher sind z.B. die Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana), der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare), Schwarzer Holun­der (Sambucus nigra) oder Wildrosen (Rosa spec.). Neben Nektar und Pollenspendenden Blüten sind auch die Früchte dieser Gehölze eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Tiere, vor allem im Winter.

Auch ein blühendes Staudenbeet lockt zahlreiche Insekten an. Achten Sie darauf, dass das ganze Jahr über Pflanzen blühen. Das erfreut nicht nur das Auge des Betrachters, sondern auch Insekten sind dankbar, wenn sie den ganzen Sommer über Nektar und Pollen finden.

Wer einen sonnigen Platz für eine kleine Trockenmauer hat, schafft ein Biotop für wärmeliebende Pflan­zenarten wie z.B. Wilden Majoran (Origanum vulgare ssp. vulgare). Die Pflanze bietet nicht nur Bienen Nahrung, sondern lässt sich auch als Gewürzkraut verwenden. Und welchen Tieren Sie mit einem Gartenteich etwas Gutes tun, das können Sie in der Mai-Ausgabe vom„Gartenfreund" auf den Seiten 76 und 77 nachlesen.


Gesunde Nahrung für den Gartenfreund

Nach soviel Natur soll auch der hungrige Gartenfreund nicht zu kurz kommen.So sollen und dürfen natürlich auch ein Gemüse- und Kräuterbeet sowie Obstkulturen in Ihrem Garten nicht fehlen. Haben Sie für die Nützlinge gut gesorgt, können Sie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln even­tu­ell erheblich reduzieren und gesundes Obst und Gemüse ernten.


Plädoyer für „wilde Ecke"

Bitte bedenken Sie: Nützlinge be­nö­tigen nicht nur Nahrung, sie brauchen auch Nistplätze und Unterschlupfmöglichkeiten in Hecken, in Mauerspalten oder Steinhaufen, in liegen gebliebenem Laub, aufgeschichtetem Reisig oder Totholz. Auch Überwinterungsmöglichkeiten wie ste­hen­ge­las­se­ne Pflanzen­stängel sowie Wasserstellen sind wichtig.

Und zum guten Schluss plädieren wir noch für die „wilde Ecke" im Garten, wo Brennnessel und Co. wachsen dürfen, damit Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge auch weiterhin durch die Klein­gar­ten­an­la­ge flattern.

Christiane Breder