BMS
  • Pflanzenporträts

Alpenveilchen

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Alpenveilchen
  • Zimmerpflanze
  • Topfpflanze
  • Winterhart
Nicht mitten ins „Herz“ gießen

Das Gießen verlangt in der Tat etwas Fingerspitzengefühl. Am besten sorgen Sie stets für eine leichte Feuchtigkeit. Die Erde sollte nicht ganz austrocknen, aber auch keinesfalls zu nass sein. Hierauf reagieren die Winterblüher besonders empfindlich und werden dann schnell von Pilzen wie Grauschimmel, Cyclamenwelke oder der Cylindrocarpon-Krankheit befallen.

Gegossen wird keinesfalls direkt auf die Knolle, sondern an den Topfrand oder auch in den Un­ter­set­zer. Nicht auf­ge­saug­tes Was­ser schüt­ten Sie weg. Mit dem Gieß­was­ser kön­nen Sie wäh­rend der Blü­te­zeit alle ein bis zwei Wo­chen einen Flüs­sig­dün­ger aus­brin­gen.


Alpenveilchen für den Garten

Wer keine geeigneten kühlen Räume hat oder mehr auf den grazilen Charme und den dezenten Duft von Wildarten steht, kann sein Glück mit Wildalpenveilchen für den Garten probieren. Stau­den­gärt­ne­rei­en oder der Blu­men­zwie­bel­han­del bie­ten ei­ni­ge win­ter­har­te Arten an.

Gefällt den Wildformen ihr Standort im lichten Schatten von Laubgehölzen oder im Steingarten, säen sie sich auch selbst aus. Hierzu rollen sich die Blütenstände nach dem Abfallen der Kron­blät­ter spi­ra­lig ein und drücken die Frucht­kap­seln in die Erde. Damit sie sich un­ge­stört ent­fal­ten kön­nen, sollten Sie die Pflan­zen vor allzu aus­brei­tungs­freu­di­gen Nach­barn schüt­zen.

Frei­land­al­pen­veil­chen kön­nen die kal­ten Win­ter nur über­le­ben, wenn ihre Knol­len bei Frost unter einer geschütz­ten Decke liegen. Im Ge­gen­satz zu den Knol­len der Zim­mer-Al­pen­veil­chen kommen ihre Knol­len ca. 2–5 cm unter die Erde.


Schutz vor Winterkälte


Vorfrühlings-AlpenveilchenFoto: Visions/Pötschke Das Vorfrühlings-Alpenveilchen kann bei günstigen
Bedingungen schon im Februar blühen.
Eine schützende Decke aus Fich­ten­reisig oder eine dünne Laubdecke hilft dabei, strenge Winter zu überleben. Etwa 17 Ar­ten sind im südlichen Mit­tel­eu­ro­pa und dem Mit­tel­meer­ge­biet beheimatet. Winterhart in unserem Klima sind allerdings nur einige. Hierzu gehören das Europäische Al­pen­veil­chen, das Vor­früh­lings-Al­pen­veil­chen (Cyclamen coum ssp. coum) oder das Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium).

Mit einem warmen, gut durch­lüf­te­ten und kalk­hal­ti­gen Boden kommen die Wild­arten am besten klar. Nasse Füße und schwere, kalte Böden sind für Wild­al­pen­veil­chen un­ge­eig­net. Im Herbst sorgt eine fin­ger­starke Schicht aus reifem Kompost für einen lang­sam flie­ßen­den Nähr­stoff­nach­schub in der Wachs­tums­phase.

Alternativ ist liegen ge­las­se­nes Laub nicht nur ein sehr guter Frost­schutz, sondern liefert auch Nähr­stof­fe langsam nach, sodass Düngen fast über­flüs­sig wird. Manche Arten, wie z.B. das Eu­ro­päische Al­pen­veil­chen, sprechen auf leichte Gaben von Kno­chen­mehl gut an.


„Unwillige Exemplare“

Der große Staudenzüchter Karl Foerster hat für „unwillige“ Exemplare folgenden Ratschlag: „Von den winterharten Alpenveilchen wollen mitunter die Erdscheiben nicht austreiben. Das liegt zumeist daran, dass einige wichtige Pflanzvorschriften nicht beachtet wurden. Setze Cyclamen-Knollen an ab­son­ni­ge, aber warme, gleichmäßig frisch-feuchte Stellen. Mürber Lehmzusatz wird dankbar an­ge­nom­men, leichte Kiesgaben in die Erde rund um die Knolle reizen meist zu schneller Neubewurzelung, und wenn diese erfolgt ist, kommt bestimmt auch der Austrieb und das Blühen. Einmal in Gang gesetzt, versagen Cyclamen nie mehr.“


Blütengruß nach dem Schnee

Den Auftakt im Gartenjahr macht das Vorfrühlings-Alpenveilchen. Bei der Pflanzung im frühen Herbst sollten Sie es mit 3–5 cm Erde abdecken. Je nach Witterung schickt es bereits ab Feb­ru­ar/März einen ersten Blütengruß aus der Deckschicht. Maximal 10 cm kann es hoch werden.

Die Blütenfarbe schwankt zwischen karminrot, rosa und weiß. Wer es ganz weiß haben möchte, kann auf die Sorte ‘Album’ zurückgreifen. Das Vorfrühlings-Alpenveilchen liebt kühl-feuchte Winter und trocken-warme Sommer. In der warmen Jahreszeit sterben auch bei ihm die Blätter ab, und die Knolle ruht.


Herbst-AlpenveilchenFoto: Neder Das Herbst-Alpenveilchen entfaltet seine Blüten zwischen Ende August und Oktober.


Zauberhafter Herbst

Das Europäische Alpenveilchen wächst vor allem im Wanderschatten von Bäumen gut. Bei aus­rei­chen­der Bo­den­feuch­te und einer gu­ten Nähr­stoff­ver­sor­gung kann das Wild­al­pen­veil­chen die Blät­ter auch wäh­rend des gan­zen Jah­res be­hal­ten. Sonst kann es bis Juni ruhen und erst dann mit der Bil­dung herz­för­mi­ger, sil­ber­grau­er Blät­ter be­gin­nen. Im Herbst erfolgt die Bil­dung der leuch­tend ro­ten Blü­ten. Sie duf­ten zart und an­ge­nehm.

Auch das Herbst-Al­pen­veil­chen ist ein in­te­res­san­ter Herbst­blüher und ent­fal­tet seine rosa Blü­ten zwischen Ende Au­gust und Ok­to­ber. Die Blü­ten er­schei­nen oft vor den Blät­tern. Je nach Wetter kann der Flor auch län­ger an­hal­ten. Auch nach der Blü­te fällt es durch das efeu­blätt­ri­ge Laub auf. Die Sor­te ‘Per­len­tep­pich’ blüht weiß, die Sorte ‘Ro­sen­tep­pich’ dun­kel­ro­sa. Die Blü­ten duf­ten sehr an­ge­nehm. Das Herbst-Al­pen­veil­chen gilt bei vie­len Kennern als das beste, da es bei uns über­all win­ter­hart ist.


Auslegen der Knolle

Beim Auslegen der Cyclamen-Knollen müssen Sie etwas aufpassen, damit Sie oben und unten nicht vertauschen. Die Unterseite ist oft kahl. Die Oberseite erkennen Sie an den Triebhälsen, die mit Erde bedeckt sein müssen. Sie fallen besonders beim Europäischen Alpenveilchen deutlich auf.

 

Cyclamen-KnollenFoto: Neder Bei den Cyclamen-Knollen ist die Oberseite immer an den Triebhälsen zu erkennen.

Thomas Neder
Kreisfachberater im Landkreis Coburg

Seite 2 von 2