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Gründüngung belebt müden Boden

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Im Gemüsegarten sind die Beete frei – und jetzt? Platz, dort Gründüngungspflanzen auszusäen: im Frühjahr als Sommer­grün­düngung oder von August bis Oktober als Wintergründüngung. Eine Grün­dün­gung beschattet den Boden und gleicht so Temperatur­schwan­kun­gen aus. Außerdem wirkt sie gegen Erosion, denn auftreffender Regen kann den Boden nicht verschlämmen und weg­schwem­men.


Nektarpflanze BienenfreundFoto: Heger Der Bienenfreund wächst schnell, erfriert im Winter und ist eine hervorragende Nektar­pflanze für Insekten.

Die Bedingungen für Bodenlebewesen werden verbessert und dadurch auch die Bodenstruktur. Das erhöht den Humusgehalt des Bodens, wodurch das Auswaschen von Nährstoffen in tiefere Schich­ten verhindert wird. Feste Böden können mit tiefwurzelnden Pflanzen, wie z.B. Son­nen­blumen (Helianthus annuus) und Lupi­nen, aufgelockert werden. Wenn Sie schnell­wachsende Pflanzen anbauen, wer­den un­erwünschte Beikräuter unterdrückt, und Sie brauchen die Flächen nicht mehr zu jäten.


Sommergründüngung

Wer seine freien Flächen von lästigen Kon­kurrenzpflanzen freihalten will, sollte Bie­nenfreund (Phacelia tanacetifolia), Buchweizen (Fagopyrum esculentum), Weißen Senf (Sinapis alba), Raps (Brassica napus) oder Ölrettich (Raphanus sativus var. olei­formis) aussäen. Bienenfreund und Buchweizen sind mit keiner unserer Gemüsepflanzen verwandt. Sie konkurrieren somit nicht um die gleichen Nährstoffe und übertragen auch keine Krankheiten.

Die anderen drei gehören genauso wie Kohl, Kresse, Rettich, Radieschen und Rauke in die Familie der Kreuzblütler (Brassi­caceae) und können die Kohlhernie übertragen. Auch haben diese Pflanzen einen sehr ähnlichen Nährstoffbedarf. Daher sollten Sie sie nicht als Vorkultur von Kohl und Co. verwenden.

Am besten weichen Sie auf Gründüngungspflanzen aus der Familie der Schmet­terlingsblütler (Fabaceae) aus. Sie gehen mit Bakterien (Rhizobien), die Stickstoff binden können, eine Symbiose ein. So wird Stickstoff aus der Luft im Boden organisch gebunden und für die Pflanzen verfügbar gemacht. Bekannte Vertreter sind Lupinen, Wicken, Erbsen und Klee.

Ein- oder zweijährige Arten sind beson­ders geeignet, da sie im Winter zurückfrie­ren und dann als Mulch dienen. Wenn Sie sie im Frühling abräumen, sollten Sie die Wurzeln im Boden lassen, denn sonst geht der Stickstoff gleich wieder verloren. Von ausdauernden Arten wie Luzerne, Stau­den­lu­pi­ne, Serradella, Vogelwicke und Rot- oder Weißklee ist abzuraten. Sie brei­ten sich schnell aus und können dann zum Problem werden.


Tagetes gegen Schädlinge

Es gibt Pflanzen, die nicht nur düngen, sondern gleichzeitig Bodenälchen (Nematoden) bekämpfen können. Studentenblumen (Tagetes patula und Tagetes erecta) scheiden einen für Nematoden giftigen Stoff aus. Je länger die Pflanzen auf der Anbaufläche stehen, desto effekti­ver wirken sie. Nematoden sind nicht un­bedingt auf Kulturpflanzen als Wirtspflan­zen angewiesen. Sie können auch auf Wildkräutern wie Vogelmiere überleben. Deshalb wirkt eine Gründüngung mit Tagetes auch durch die Unterdrückung dieser Kräuter gut gegen solche Schädlinge.


StudentenblumenFoto: Heger Studentenblumen sind Bestandteil vieler Gründüngungsmischungen gegen Bodenmüdigkeit. Sie sind sehr wirksam gegen Nematoden.


Verwertbar in der Küche

Auch Gartenmelde, Spinat und Feldsalat sind als Gründüngung geeignet und lassen sich zugleich in der Küche nutzen. Diese Pflanzen sollten Sie jedoch nicht vor Ende August aussäen, damit die Langtagspflanzen nicht schießen. Schließlich sollen sie Blattmasse bilden und nicht blühen. Feldsalat konkurriert wie Buchweizen und Bienenfreund nicht mit unseren Gemüsepflanzen.


Bienenfutter das ganze Jahr

Sie können einzelne Gründüngungsarten aussäen, im Handel gibt es aber auch Mi­schungen. Am besten sind solche mit ein­jährigen Arten. Im Frühling können Sie sie einfach abharken oder ein­ar­beiten.

Empfehlenswert ist es, im Gemüsegarten immer ein Beet eine ganze Saison lang mit Bienenweide-Mischungen zu kultivieren. Diese Mischungen werden schon im Frühjahr ausgesät. Sie dienen das ganze Jahr über vielen Insekten und anderen Tieren als Nahrung und Lebensraum. Der Boden, auf dem die Pflanzen wachsen, kann sich von der intensiven Gemüsekultur erholen, und im nächsten Jahr können Sie jede Art von Gemüse als Folgekultur anbauen.

Pflanzen für die Wintergründüngung

Winterroggen (Secale cereale), Winter- oder Zottelwicke (Vicia villosa), Winterraps (Brassica napus), Weiße Lupine (Lupinus albus), Gelbe Lupine (Lupinus luteus) und Blaue oder Düngelupine (Lupinus angustifolius), Perserklee (Trifolium resupinatum).


Claudia Heger,
Landesfachberaterin vom Landesverband
Braunschweig der Gartenfreunde

 


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