Gartenpraxis Pflanzenschutz Tipps zum Pflanzenschutz Pflanzenstärkungsmittel können schützen helfen

Pflanzenstärkungsmittel können schützen helfen

Foto: Kiepenkerl 
Wer gesundes Gemüse ernten will, wird künftig verstärkt auf tolerante und resistente Sorten ausweichen müssen. In vielen Fällen können auch Pflanzenstärkungsmittel weiterhelfen.

Es zeichnet sich ab, dass die Zahl der Pflanzenschutzmittel, die eine Zulassung für den Bereich Haus- und Kleingarten haben, weiter sinken wird. Erschwerend kommt hinzu, dass die so genannte „Indikationsrichtlinie“ die Kulturen, an denen ein Mittel angewendet werden darf, genau vorgibt und der Einsatz an einer anderen Pflanzenart verboten ist! Vor diesem Hintergrund rücken Pflanzenstärkungsmittel, die vorbeugend gegen Krankheiten und Schädlinge eingesetzt werden können, zunehmend ins „Rampenlicht“.

Pflanzenstärkungsmittel sind Stoffe, die ausschließlich dazu bestimmt sind, die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegen Schadorganismen zu erhöhen, ohne dass die Stoffe schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder auf den Naturhaushalt haben. Pflanzenstärkungsmittel müssen vor dem In-Verkehr-Bringen in eine Liste des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aufgenommen werden.
In Abhängigkeit von ihren Inhaltsstoffen lassen sich Pflanzenstärkungsmittel in verschiedene Gruppen einteilen. So gibt es Mittel, die u.a. aus anorganischen Substanzen wie Gesteinsmehlen und Wachsen hergestellt werden. Daneben können sie organische Stoffe wie Pflanzenextrakte, Huminstoffe und Algen als Basis haben. Und auch mikrobielle Pflanzenstärkungsmittel sind am Markt erhältlich.

Der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln wird in Fachkreisen widersprüchlich bewertet. Im ökologischen Landbau werden sie jedenfalls in größerem Umfang eingesetzt. Für den Hobbygärtner gilt, dass jeder Gartenfreund seine eigenen Erfahrungen mit dem Einsatz dieser vorbeugenden Mittel sammeln muss.

Die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzenstärkungsmitteln wird oftmals fälschlicherweise gleichgesetzt. Deshalb sind die Erwartungen der Anwender an die Wirkung von Stärkungsmitteln sehr hoch.

Pflanzenstärkungsmittel bewirken durch ihre Inhaltsstoffe (Mineralien, natürliche Fettsäuren, Meeresalgen, Pflanzenextrakte), dass die Pflanzen vitaler werden und dass die Blattoberfläche widerstandsfähiger wird. Daneben wirken sich die Stoffe auch positiv auf das Bodenleben aus.
Wichtig ist es, rechtzeitig zu Kulturbeginn, also vor dem Austrieb, vor dem Befall mit den Behandlungen zu beginnen und die Anwendungen im Abstand von ein bis zwei Wochen fortzusetzen (nähere Angaben sind den Gebrauchsanweisungen zu entnehmen). Da Pflanzen bei hoher Luftfeuchtigkeit besonders durch Pilzerkrankungen gefährdet sind, empfiehlt es sich, Präparate, die vor Pilzbefall schützen sollen, zu spritzen, wenn Regenfälle vorhergesagt sind.

In dem Beitrag "Pflanzenstärkungsmittel in der Praxis" befassen wir uns mit einer Auswahl von Pflanzenstärkungsmitteln und ihren Einsatzgebieten.

Angelika Lienicke


Stand:01.06.2004


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