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Heide – Vielfalt für das ganze Jahr

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Heidegarten im Park der GärtenFoto: Hans-Jürgen Zietz Heidegarten im Park der Gärten (Bad Zwischenahn).
 

Die Besenheide (Calluna vulgaris) wurde zur „Blume des Jahres 2019“ gekürt. Sie wächst an offenen, sauren und sandigen Standorten wie typischerweise in Heidelandschaften. Aber auch an Waldrändern, in Sandgruben und Dünen, in Hochmooren, auf älteren Brachen und selbst an Straßenrändern ist die Art zu finden. Die Besenheide kann unter diesen Lebensraumbedingungen bis zu 40 Jahre alt werden und ist gerade deswegen für viele, teils seltene Insekten ein verlässlicher Lebensraum und eine nachhaltige Futterquelle.

Auch als dekorative Topfpflanze wird die Besenheide millionenfach produziert – zumeist als die natürlich entstandene Sonderform der Knospenblüher, die so länger Farbe zeigen und sehr widerstandsfähig sind. Bei den Beet- und Balkonpflanzen steht sie unangefochten auf Platz 1 – noch vor Pelargonien und Stiefmütterchen! Die robuste Saisonpflanze schmückt Blumenkästen, Pflanzschalen und Hauseingänge und sorgt für pflegeleichte Farbe.

Doch wer bei Heide nur an die Besenheide denkt, der verpasst die große Heidevielfalt. Es gibt ein breites Spektrum faszinierender Arten und Sorten mit ganz unterschiedlichen Blühzeiten, mit denen Sie Ihren Garten, die Terrasse und den Balkon ganzjährig schmücken können.
 

BlütezeitkalenderGrafik: Azerca Blütezeitkalender
 

Irische Glockenheide (Daboecia cantabrica)

Die Irische Glockenheide bildet zauberhafte Blütenglöckchen in Weiß, Rosa, Lila oder Purpurrot. Für eine Heide ist sie relativ großblumig – die Einzelblüten werden bis zu 1 cm lang und werden gerne von Bienen und Hummeln als Nahrungsquelle genutzt. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis in den Oktober hinein, in den Gärtnereien ist die Glockenheide meist aber nur September erhältlich. Die immergrünen Zwergsträucher besitzen kleine, dunkelgrüne Blätter mit schönem Glanz. Leider ist diese hübsche Heideart nicht zuverlässig winterhart. Daher sollten Sie sie bei Frost mit Reisigzweigen oder Vlies abdecken. Falls Ihre Irische Glockenheide dennoch unter dem Frost gelitten hat, können Sie sie im Frühjahr rigoros zurückschneiden – oft treiben die Pflanzen dann wieder aus.


 

Schneeheide, Winterheide (Erica carnea)

Die Schneeheide hat ihre Hauptblütezeit von Februar bis April. Ganz frühe Sorten beginnen bereits im November mit der Blüte, die ganz späten blühen bis in den Mai hinein. Es gibt Sorten in Weiß sowie in verschiedenen Rosa- und Rottönen. Die Schneeheide zeichnet sich durch ihre gute Winterhärte aus und ist eine wertvolle frühe Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten.


 

Englische Heide (Erica x darleyensis)

Die Englische Heide ist eine Kreuzung aus zwei verschiedenen Heidearten (Erica carnea und Erica erigena). Sie besticht durch ihre sehr lange Blütezeit von November bis April. Es gibt weiße, rosafarbene und rote Sorten, die alle sehr reich blühen und eine gute Fernwirkung besitzen. Genauso wie die Schneeheide ist auch die Englische Heide eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten – besonders im Februar und März, wenn z.B. Hummelköniginnen und Schmetterlinge ihr Winterquartier verlassen und auf Blütensuche gehen. Allerdings ist die Englische Heide nicht zuverlässig frosthart und übersteht den Winter ungeschützt nur in milden Regionen. Daher sollten Sie diese Art bei Frösten unter –10 °C und ohne Schneedecke mit Tannenreisig oder einem Vlies abdecken.


 

Einjährige Glockenheide (Erica gracilis)

Die Einjährige Glockenheide ist außerordentlich reichblühend. Ihre Triebe sind von oben bis unten dicht mit Blütenglöckchen besetzt. Es gibt weiße, rosafarbene und rote Sorten. Sie strahlen mit intensiver Fernwirkung und schmücken Kübel, Kästen und Beete. Auch als Zimmerpflanze ist diese Heideart attraktiv. Viele Neuzüchtungen mit noch mehr Farbnuancen und Wuchsformen ergänzen das Sortiment. Die attraktive Heideart blüht von August bis Oktober und ist eine schöne Dekoration für den Herbst.


 

Siebenbürgenheide, Ährenheide (Erica spiculifolia)

Diese Art blüht in unseren Breiten von Ende Mai bis Ende Juni. Bei sofortigem Rückschnitt nach der Blüte kommt sie im August/September noch einmal in Blüte. Die Blütenfarbe der Wildform ist lilarosa, die durch langjährige Züchtungsarbeit entstandenen neuen Farben reichen von Weiß über verschiedene Rosatöne bis zu Lachsrot. Die Blüten duften stärker als andere Heidearten. Im Juni wird diese Heideart sehr stark von Bienen besucht. Die Siebenbürgenheide wächst ziemlich langsam und kompakt und ist im Garten sehr ausdauernd. Sie ist ausgesprochen frosthart – sogar in Kübeln halten die Wurzeln einem Durchfrieren des Pflanzsubstrates stand.

Blüten der SiebenbürgenheideFoto: Heidezüchtung Kramer Blüten der Siebenbürgenheide
 

Glockenheide (Erica tetralix)

Die Glockenheide wächst dicht und kompakt und ist ausgesprochen frosthart. Die Wildart besitzt rosafarbene Blütenglöckchen, die von Juni bis September erscheinen. Es gibt auch Sorten mit weißen oder purpurroten Blüten. Die immergrünen Blätter sind nadelförmig. Mit ihrer graugrünen Farbe und weißen Behaarung wirken sie auch im Winter sehr dekorativ.

Glockenheide ‘Con Underwood’Foto: Heidezüchtung Kramer Glockenheide ‘Con Underwood’
 

Cornwall-Heide (Erica vagans)

Die Cornwall-Heide wächst kompakt und dicht. Sie ist immergrün – mit glänzend dunkelgrünen, nadelförmigen Blättchen. Die Blütenfarbe der Wildart ist hellrosa, die kugeligen Einzelblüten stehen dicht an dicht an den Trieben. Auch von der Cornwall-Heide wurden inzwischen einige wertvolle Sorten gezüchtet, deren Blüten von Juni bis September in Weiß und verschiedenen Rosa- und Rottönen leuchten. Die Cornwall-Heide ist in milden Regionen zuverlässig winterhart. In rauen Lagen und bei Kahlfrost sollten Sie sie rechtzeitig mit Reisigzweigen abdecken.

Cornwall-Heide ‘Mrs. D. F. Maxwell’Foto: Heidezüchtung Kramer Cornwall-Heide ‘Mrs. D. F. Maxwell’
 

Grauheide (Erica cinerea)

Die hübsche Grauheide blüht im Sommer von Juni bis in den September hinein. Die Wildart besitzt purpurviolette, glockenförmige Blüten. Das dunkelgrüne, nadelartige Laub ist immergrün. Die dichttriebigen Zwergsträucher sind bei uns nicht zuverlässig winterhart und sollten daher ab November/Dezember mit Reisigzweigen abgedeckt werden.

GrauheideFoto: Heidezüchtung Kramer Grauheide
 

Besenheide (Calluna vulgaris)

Die Wildart der Besenheide besitzt eine einfache, lilafarbene Blüte. Durch Züchtung, die schon Mitte des 19. Jahrhunderts begann, sind inzwischen weit über 1000 Sorten der Besenheide entstanden. Ihre Blütezeit erstreckt sich von Juni bis in den Winter hinein. Neben Sorten mit einfachen Blüten gibt es gefüllt blühende Sorten und die sog. Knospenblüher.


 

Knospenblüher

Diese besonders beliebten Sorten halten lange ihre Farbe, da die Knospen sich nicht öffnen. Auch ein heftiger Herbstregen kann den Knospen kaum schaden, da sie im geschlossenen Zustand unempfindlicher sind. Knospenblüher entspringen einer Laune der Natur, die von aufmerksamen Heideliebhabern entdeckt wurde. Die Triebe sind dicht mit den leuchtenden Blütenknospen besetzt. Wenn Sie die Knospenblüher im Gartencenter gleich erkennen wollen, können Sie einfach auf die Marke „Gardengirls“ achten. Jeder Topf ist etikettiert.


 

Auch die Laubfarbe ist entscheidend für die optische Wirkung: kontrastreich wie bei weißer Knospe mit dunklem Laub oder verschmelzend wie bei rosafarbener Knospe mit hellgelbem Laub. Es gibt eine große Auswahl verschiedener Sorten.


 

Insbesondere als herbstliche Dekopflanzen für Kübel, Töpfe, Schalen und Blumenkästen auf Balkon und Terrasse sind die pflegeleichten Knospenblüher sehr beliebt. Da sich ihre Knospen nicht öffnen, bieten sie keine Nahrung für Insekten. Zumindest für die Honigbienen ist das aber nicht tragisch, da sie im Spätherbst schon lange eingewintert wurden. Aufgrund ihrer Robustheit, der Reichblütigkeit und des großen Farbspektrums der Blüten und Blätter besitzen sie einen großen Marktanteil.


 

In dem breiten Farbreigen der Knospenblüher gibt es auch silbrige Blätter, lilafarbene Knospen und Varianten ohne Blüten. Die blütenlosen Knospenblüher mit grünem, hellgelbem oder orangegelbem Laub bieten weitere spannende Akzente im Sortiment. Es werden auch zwei oder drei verschiedene Sorten in einem Topf angeboten.


 

HeideblütenFoto: Heidezüchtung Kramer In der Vergrößerung zeigen die Blüten der einfachen Heidesorten ihre volle Schönheit.

Einfache Sorten der Besenheide

Außer den sehr haltbaren Knospenblühern werden natürlich auch Sorten der Besenheide angeboten, die ihre Blüten ganz normal öffnen. Zwar hält die Farbwirkung dann nicht ganz so lange an, dafür bieten diese Sorten Bienen, Hummeln und Co. Nektar und Pollen. Und schließlich lassen sich die Sorten beider Gruppen ja auch kombinieren.

 
Gefüllte Sorten der Besenheide

Eine gute Farbwirkung haben auch die gefüllt blühenden Sorten der Besenheide. Da hier die Staubblätter zu Blütenblättern umgewandelt wurden, bieten diese Züchtungen für Insekten keinen Nutzen. Schön sind sie aber allemal.

 

Weitere Informationen finden Sie auf www.heidewelt.de

Gabriele Rautgundis Richter
Verlag W. Wächter