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Obstgarten Dezember

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Apfel  für VögelFoto: Flora Press/Ardea/Brian Bevan Gesunde Früchte später Apfelsorten können Sie für Vögel am Baum belassen.

Hygiene im Obstgarten: Eine der wichtigsten Gartenarbeiten vor dem Winter ist es, alle abgestorbenen Pflanzenteile und Ernterückstände zu entfernen. Denn so können Sie das Risiko einer Überwinterung pilzlicher Schaderreger deutlich reduzieren. Entfernen Sie also alles Falllaub, das von Pilzkrankheiten wie Schorf, Birnengitterrost, Schrotschuss- oder Sprühflecken-Krankheit befallen ist. Ebenso sollten Sie eingetrocknete Früchte (Fruchtmumien), die noch an den Zweigen hängen, entfernen. Übrig ge­bliebene gesunde Früchte sehr später Apfelsorten können Sie aber für Vögel hängen lassen.

Schutz vor Wildverbiss: Wildverbiss durch Kaninchen ist nicht nur auf dem Land ein Problem, auch in der Stadt können die Tiere großen Schaden anrichten. Eine einfache und günstige Möglichkeit ist es, einzelne Bäume mit Drahthosen oder Kunststoffmanschetten einzuhegen. Zudem können Sie die Kaninchen mit etwas frischem Schnittholz, das Sie als Ablenkungsfutter platzieren, auf Abstand halten.

Pistazien aus dem Garten: Gesalzene Pistazien sind eine lecke­re Knabberei. Die Pflanze dazu kennen allerdings die wenigsten, dabei verträgt auch die Echte Pistazie (Pistacia vera) als gut ein­gewachsene Pflanze mit etwas Schutz bis zu –15 °C. Damit sich auch wirklich Früchte bilden, benötigen Sie aber ein „Männchen“ und ein „Weibchen“, denn Pistazien sind zweihäusig.gvi


Johannisbeeren verjüngenFoto: Flora Press/GWI Bei alten, viele Jahre ungeschnittenen Johannisbeer-Sträuchern lohnt sich oft ein bodennaher Rückschnitt. (gvi) Johannisbeeren verjüngen: Gewöhnlich werden Johannisbeersträucher jedes Jahr nach der Ernte, spä­tes­tens im Herbst, nur ausgelichtet. Bei alten, viele Jahre ungeschnittenen Sträuchern lohnt sich jedoch ein radikaler Schnitt, für den jetzt noch Zeit ist. Kap­pen Sie alle Triebe mit einer Astschere 5–10 cm über dem Boden. Im Frühjahr werden viele Neutriebe heranwachsen. Sie tragen zwar erst im übernächsten Sommer wieder, sind dann aber in der Lage, die Früch­te so gut zu ernähren, dass sie groß, süß und aro­ma­tisch werden.

(gvi) Obst- und Gemüselager regelmäßig lüften: Äpfel und eini­ge andere Obstarten geben beim Nachreifen das Reifegas Ethylen ab. Es beschleunigt als so­ge­nann­tes Phytohormon bei Gemüsearten den Wel­ke­pro­zess und verkürzt die Haltbarkeit. Lüften Sie deshalb regelmäßig das Vorratslager, damit das Ethylen ent­wei­chen kann.

(gvi) Umzug für Obstbäume: Jungpflanzen aus der Baumschule, ins­besondere Containerpflanzen, wach­sen meist leichter an als um­gepflanzte Exemplare aus dem eigenen Garten. Nicht immer lohnt sich deshalb das Umpflanzen. Lohnenswert ist es aber bei Bäumen, die leckere Früchte tragen, aber nicht den optimalen Standort haben. Stehen diese Gehölze noch nicht länger als vier bis fünf Jahre an ihrem Platz, sind die Anwachs-Chancen recht gut.


Hagebutten zu Marmelade verarbeitenFoto: LianeM/Fotolia Wollen Sie Hagebutten zu Marmelade verarbeiten, warten Sie, bis die ersten Fröste kommen, denn dann sind die Früchte weicher.


Noch ist Pflanzzeit:
(gvi) Sofern der Boden nicht gefroren ist, sind auch im Dezember noch Neu­pflan­zungen möglich. Über­wiegend wird während der Hauptpflanzzeit wurzelnackte Ware angeboten, aber auch getopfte Ware ist verfügbar. Bei Letzterer sollten Sie im Topf rund gewachsene Wurzeln unbedingt vor dem Pflanzen mit der Schere aufschneiden, sonst besteht die Gefahr, dass der Baum nicht richtig an­wächst.


Frost macht Hagebutten weich:
(gvi) Hagebutten von Hundsrose und anderen Strauchrosen lassen sich gut zu Marmelade oder Mus verarbeiten. Besonders leicht geht das, wenn es bereits einige frostige Nächte gab, denn dann ist das Fruchtfleisch schön weich. Lassen Sie die Früchte für Marmelade einige Zeit köcheln und pas­sieren Sie sie anschließend durch ein Sieb. Werfen Sie die zu­rück­blei­ben­den Schalen und Kerne aber nicht weg, sie können noch im Backofen getrocknet und als Tee genossen werden.


Unkrautfreie Baumscheibe:
(gvi) Gerade bei jungen Bäumen sollten Sie auf eine saubere und un­kraut­freie Baumscheibe ach­ten. Denn dadurch können Sie feuchtigkeitsliebenden Pilzkrankheiten wie Kragenfäule vorbeugen. Die Größe der Baumscheibe richtet sich dabei nach dem Durchmesser der Krone und sollte etwas größer als diese sein.


(gvi) Walnüsse wenden: Ihre geernteten Walnüsse sollten Sie jetzt regelmäßig wenden oder durch­mi­schen, je nachdem ob Sie sie in Stiegen oder Jutesäcken aufbewahren. So werden die Nüsse von allen Seiten gleichmäßig belüftet und einem Befall mit Schimmelpilzen wird vorgebeugt.

(gvi) Edelreiser schneiden: Von früh austreibenden Obstarten wie etwa Süßkirschen sollten Sie bereits in diesem Monat an frostfreien Tagen Edelreiser schneiden. Geeignet sind gut ausgereifte, ge­sun­de, einjährige Triebe, am besten von der besonnten Seite der Baumkrone.


SanddornbeerenFoto: Marion Neuhauß/Fotolia.com Sanddornbeeren sind ein bewährtes Hausmittel bei Erkältungen, stecken sie doch voller Vitamine und Mineralien.


(gvi) Gesunder Sanddorn: Die Beeren des Sanddorns (Hippophae rhamnoides) stecken voller Vitamine und Mineralien und gelten deshalb als Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten. Wenn Sie selbst einen Strauch Ihr Eigen nennen wollen, können Sie auch jetzt noch bei frostfreiem Boden pflanzen. Wählen Sie am besten eine einhäusige Sorte, wie z.B. ‘Friesdorfer Orange’, dann benötigen Sie keine Befruchtersorte. Die Sanddornernte ist allerdings nichts für zarte Hände, da fast alle Äste mit Dornen besetzt sind. Die einfachste Erntemethode ist daher das Abschneiden und Einfrieren der Zweige, danach lassen sich die Beeren einfach abschütteln. Das Abschneiden der Triebe hat übrigens ganz nebenbei den Vorteil, dass der Strauch sich gleichmäßig verzweigt und kompakt bleibt.


Faule ÄpfelFoto: Fotolia/focus finder Fauliges Obst sollten Sie regelmäßig aussortieren, andernfalls greifen Pilzinfektionen schnell auf die übrigen Früchte über.

Obstlager weiterhin kontrollieren

(gvi) Kon­trol­lie­ren Sie wei­ter­hin re­gel­mä­ßig Ihr ein­ge­la­ger­tes Obst, denn Ver­let­zun­gen der Schale sind ideale Ein­tritts­pfor­ten für Pil­ze. Sol­che Pilz­in­fek­tio­nen ste­cken schnell die übri­gen Früch­te an, des­halb soll­ten Sie alle fau­len­den Ex­em­pla­re ent­fer­nen. Wer­fen Sie die­se aber nicht auf den Kom­post, hier wür­den die Pilz­spo­ren über­le­ben und sich im kom­men­den Jahr wie­der im Gar­ten ver­brei­ten.


Noch ist Pflanzzeit für Obstgehölze

(gvi) Solange der Boden frost­frei ist, kön­nen Sie im­mer noch Obst­ge­höl­ze pflan­zen. Den­ken Sie bei der Sor­ten­wahl nicht nur an die Frucht­ei­gen­schaf­ten, son­dern auch an die Wi­der­stands­fä­hig­keit ge­gen­über Krank­hei­ten wie Ap­fel­schorf oder Ame­ri­ka­ni­schem Sta­chel­beer­mehl­tau. Er­kun­di­gen Sie sich vor dem Kauf am bes­ten bei ei­nem Fach­mann oder schau­en Sie di­rekt in einer Baum­schu­le vor­bei.


Strauchschnitt für ein neues Hochbeet nutzen

(gvi) Wenn bei Ihnen im Obst­gar­ten jetzt noch Baum- und Strauch­schnitt­ar­bei­ten an­fal­len, neh­men Sie sie doch zum An­lass, ein Hoch­beet für den Ge­mü­se­gar­ten zu bau­en. Zu­sam­men mit Laub bil­det der Strauch­schnitt näm­lich die etwa 30 cm hohe Grund­schicht für ein Hoch­beet. Da­rauf kommt dann eine etwa 20 cm dicke Schicht aus rei­fem Kom­post und Gar­ten­erde, auch Grün­ab­fäl­le und Ra­sen­so­den las­sen sich mit ein­ar­bei­ten. Den Ab­schluss bil­det eine 10 cm dün­ne La­ge Blu­men­er­de. Die Ein­fas­sung kön­nen Sie als fer­ti­gen Bau­satz kau­fen oder selbst aus z.B. Bret­tern und Kant­höl­zern bauen.


Typische Symptome der StippeFoto: Hoyer Typische Symptome der Stippe.

Auf Schadbefall achten!

Kontrollieren Sie das eingelagerte Obst regelmäßig auf Schadbefall und sortieren Sie befallene Früchte aus. Viele kleine braune Flecken auf Schalen und im Fruchtfleisch von Äpfeln und Birnen deuten auf Stippigkeit (Stippe) hin. Auch im Fruchtfleisch schmeckt solches Gewebe bitter.

Die Ursache ist keine Pilzkrankheit, sondern eine Wachstumsstörung durch Kal­zi­um­man­gel. Wird die Pflanze mit Stickstoff überdüngt oder durch unsachgemäßen Rückschnitt zu stark zum Wachstum anregt, dann wird nicht genug Kalk in die jungen Früchte transportiert. Vorbeugend kann man im Winter kalken.

Befallene Früchte lassen sich schälen, ausschneiden und als Kompott verwerten, denn ge­sund­heits­schäd­lich sind sie nicht. ‘Cox Orange’, ‘Boskoop’, ‘Elstar’, ‘Gold­parmäne’, ‘Glockenapfel’, ‘Jonagold’, ‘Kaiser Wilhelm’ und ‘Ja­mes Grieve’ sind als anfällige Sorten bekannt, ‘Ahrina’, ‘Idared’, ‘Helios’, ‘Landsberger’, ‘Pinova’, ‘Reglindis’ und ‘Rewena’ gelten dagegen als robuste Äpfel.


Wühlmausfraß frühzeitig unterbinden

(bs) Mit ihrem Fraß an den Wurzeln von Gehölzen wie an Obstbäumen, Beerenobst und auch Ziergehölzen und an Blumenzwiebeln richten Wühlmäuse beträchtlichen Schaden an, bis hin zum Totalverlust der Pflanzen. Weil den schlauen Schädlingen später schlecht bei­zu­kom­men ist, empfiehlt es sich, mit einer einfachen ökologisch sinnvollen Maßnahme vorzubeugen: Legen Sie beim Pflanzen von Obstbäumen oder Beerenobst die Pflanzstelle mit engmaschigem Draht­ge­we­be aus (z.B. kunststoffummanteltem Kaninchendraht) und biegen Sie die Ränder so zusammen, dass auch die Veredelungsstelle gut geschützt ist.

Dann erst die Pflanzstelle mit Erde schließen, antreten und gründlich wässern. Den Wurzeln macht die schützende Hülle nichts aus, sie wachsen einfach durch die Maschen durch.


Mulchschicht schützt vor Frost

(bs) Besonders im Winter ist für junge Obstbäume eine Mulchschicht als Frostschutz ratsam. Dafür eignet sich eine etwa 5 cm dicke Schicht aus Kompost, die auf die Baumscheibe auf­ge­tra­gen wird. Dies bietet nicht nur Schutz, auch der dadurch erhöhte Humusanteil des Bodens wirkt sich positiv auf das Wachstum im nächsten Jahr aus. Bei jungen Obstgehölzen nimmt man als Baumscheibe etwa die Größe der Krone an. So kann der Baum auch über die Feinwurzeln noch genügend Luft, Wasser und Nährstoffe aufnehmen.

 


Jetzt Obstgehölze pflanzen

(bs) Nachdem die Blätter abgefallen sind, beginnt die Pflanzzeit für Obstgehölze wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Johannisbeeren oder Stachelbeeren. Vergessen Sie nicht, die Gehölze mit einem kräftigen Pflanzschnitt zurückzuschneiden. Nutzen Sie dafür Tage mit mildem, frostfreiem Wetter. Das betrifft generell auch das Auslichten und die Pflegeschnitte an Obstbäumen, Spalier- und Beerenobst, Ki­wi und Wein.


Kälteverträgliche leckere Beerchen

(bs) Zu ernten gibt es jetzt noch frische Cranberries und Preiselbeeren. Sie schmecken besonders gut als leckere Beilage zu Wild und zum Festtagsbraten, auch als Beilage mit gedünsteten Äp­feln. Kon­trollieren Sie gelagertes Obst regelmäßig auf Fäulnis.
 

Steckhölzer überwintern in Töpfen mit feuchtem Erde-Sand-GemischFoto: Stein Steckhölzer überwintern in Töpfen mit feuchtem Erde-Sand-Gemisch. Gelochte Plastiktüten sorgen für Luftfeuchtigkeit.

Steckhölzer gewinnen

(bs) Im Obstgarten herrscht nur scheinbar Win­ter­ru­he. Lange schon wurden die Knospen für den kom­men­den Austrieb angelegt und warten nur auf warme Tage. Beim Auslichten und beim Formschnitt von Johannisbeeren, Kirschbäu­men, Äpfeln und Wein fallen viele gesunde und kräftige Triebe an, die sich gut zum Veredeln und für die Steckholzvermehrung eignen. Letzteres ist eine einfache und effektive Methode, um neue Pflanzen zu gewinnen. Das ideale Steckholz ist ca. 20 cm lang und besitzt mindestens zwei Augen, aus denen sich Wurzeln und neue Triebe entwickeln.

Ein schräger Schnitt unter einem Blattknoten kenn­zeich­net das untere Ende des Steckholzes, ein gerader Schnitt das obere. Dicht an dicht werden die Steck­höl­zer in Töpfe mit feuchtem Erde-Sand-Gemisch gesteckt und gut angefeuchtet. Eine darü­ber­ge­stülp­te gelochte Plastiktüte verhindert das Austrocknen. Im Gewächshaus oder auch im Freien an geschützter, schattiger Stelle lagert man die Hölzer bis zum Austrieb im Mai. In der Zeit entwickeln sich Wurzeln, und nach weiteren drei bis vier Monaten sind neue Pflanzen entstanden. Man kann die Hölzer auch im Freien in tief gelockerten Boden stecken. Verwendet wird diese Methode für Veredelungsunterlagen und für Beerenobst.


Kalkanstrich verhindert FrostrisseFoto: Breder Hier kann die Wintersonne keinen Schaden mehr anrichten: So ein "Kalkanstrich" verhindert Frostrisse.

Stämme vor Frost und Wildverbiss schützen

(hbw) Das Kalken der Obststämme schützt das Holz vor extremen Temperaturschwankungen, die Risse verursachen können. Durch sie dringen Erreger von Kragenfäule oder Obstbaumkrebs ein. Der Anstrich erfolgt mit Kalkmilch: 1,5 kg Branntkalk in 10 l Wasser einrühren, dann 600 g Ta­pe­ten­kleis­ter untermischen. Der Handel bietet auch fertigen Weißanstrich an.

(bs) Kaninchen und Rehe suchen jetzt gerne in Gärten nach Nahrung und knabbern die Stämme an. Beugen Sie mit schützenden Hüllen, die es im Handel gibt, vor. Auch lästige Wühlmäuse lassen sich jetzt gut mit Fallen bekämpfen.


Herbsthimbeeren ausputzen

(hbw) Falls nicht schon geschehen, sollten Sie jetzt die Ruten der Herbsthimbeeren bodennah  abschneiden. Die im März neu austreibenden Jungruten tragen noch im selben Jahr ab Ende Juli bis zum Frostbeginn Früchte. Lässt man pro Pflanze eine der Ruten über Winter stehen, bringt sie schon zeitig im Juni eine zweite Ernte und stirbt dann ab.


Obstbäume kontrollieren

(hbw) Jetzt sollten auch Baumstämme und Stammbasis auf Fraßschäden durch Hasen und Mäuse kontrolliert werden, dabei sollten Sie auch auf Baumkrebs achten. Zugleich können Sie sämtliche Bindungen an den Obstgehölzen daraufhin überprüfen, ob die Schnüre, Stricke, Baumbinder oder Spanndrähte eingewachsen sind, und sie ggf. lockern. Auch Baumschuletiketten werden gerne vergessen und schnüren dann Stamm oder Äste ab.

Wachstumsgesetze beachten

(hbw) Bedenken Sie vor jedem Gehölzschnitt die Wachstumsgesetze: Ein Schnitt im Winter fördert das Wachstum der Triebe. War der Obstbehang in diesem Jahr schwach und sind die Bäume zu triebig, schneiden Sie sie besser nur im Sommer. Die Blattentnahme mitten in der Vegetationsperiode bremst dann das Triebwachstum. Nehmen Sie sich jetzt auch Zeit, um Ihr Schnittwerkzeug zu kontrollieren und zu pflegen. Wichtige Arbeiten, die dabei anfallen: Scheren ölen, Klingen schärfen und stumpfe Sägeblätter an Klapp- und Bügelsägen erneuern.


Äpfel, am Spalier gezogenFoto: SueSchi/pixelio.de Äpfel, am Spalier gezogen, bieten auch in kleinen Gärten die Möglichkeit, eigenes Obst zu ernten.

Obst auf kleinem Raum

(bs) Spalierobst ist wieder modern und praktisch, lässt sich so doch auch auf kleinstem Raum eigenes Obst ernten. Die in der Baumschule formierten, meist mehrjährigen Bäume ersparen einen Teil der anfänglichen Erziehungsarbeit. Für ein Wandspalier bieten sich alle Kern- und Steinobstarten an. Hierzu wählen Sie einen Jungbaum mit gerade gewachsenem Mitteltrieb, der sich erst in etwa 40–50 cm Höhe verzweigt. Zur Wand wachsende Zweige werden beim Pflanzen gleich abgeschnitten und die übrigen Zweige fächerförmig nach außen an dem Spalier fest­ge­bun­den. Im Frühsommer, wenn die Triebe noch weich und biegsam sind, werden die Zweige mit gummierten Bindedrähten weiter an den Querstreben befestigt und nach oben wachsende Zweige eingekürzt.


Blätter unterm Apfelbaum zusammenrechen

(hbw) Mit Apfelschorf befallene Blätter können im Folgejahr zu neuen Infektionsherden werden. Rechen Sie daher das Laub unter befallenen Bäumen hervor und entfernen Sie es aus dem Garten. Regenwürmer erweisen sich bei der Entsorgung übrigens als Helfer: Sie ziehen einen
Teil der Blätter in den Boden und machen den Schorfpilz dabei unschädlich.


Mulchschicht schützt vor Frost

(bs) Besonders im Winter ist für junge Obstbäume eine Mulchschicht als Frostschutz ratsam. Dafür eignet sich eine etwa 5 cm dicke Schicht aus Kompost, die auf die Baumscheibe auf­ge­tra­gen wird. Dies bietet nicht nur Schutz, auch der dadurch erhöhte Humusanteil des Bodens wirkt sich positiv auf das Wachstum im nächsten Jahr aus. Bei jungen Obstgehölzen nimmt man als Baumscheibe etwa die Größe der Krone an. So kann der Baum auch über die Feinwurzeln noch genügend Luft, Wasser und Nährstoffe aufnehmen.


Gemulcht, aber unkrautfrei in den Winter

(hbw) Für den Gartenboden und die Nützlinge ist es besser, wenn der Boden nicht ungeschützt in den Winter geht – Beete also erst zum Ende des Winters abräumen. Aber die Baumscheibe der Obstgehölze muss unkrautfrei sein, das beugt gegen Wühlmausbefall und Kragenfäule vor. Unterwuchs hält die Stammbasis länger feucht, Rindenkrankheiten breiten sich dann leichter aus.

 

Barbarazweige schneidenFoto: Stein Ab dem 4. Dezember können Sie Barbarazweige schneiden.

Barbara-Zweige schneiden

(bs) Schneiden Sie Frühlingsblüten für die Vase. Vom Barbaratag (4. Dezember) an können Sie von Kir­schen, Quitten, Pflaumen, Äpfeln oder von Zier­ge­höl­zen wie Forsythien (Forsythia), Mandelbäumchen (Prunus triloba), Zierpflaumen und -kirschen (Prunus spec.) Zweige schneiden. Die Zweige treiben Sie dann im warmen Zimmer an, sodass sie rechtzeitig zum Weihnachtsfest blühen.


Winterarbeiten beim Obst

(hbw) Der Klimawandel bringt zwar insgesamt eine Temperaturerhöhung, zugleich aber auch deutliche Verschiebungen von Wärme- und Kälte-, Trocken- und Regenphasen. Und es können trotz allem plötzlich tiefe Temperaturen auftreten. Hierfür sollten Sie Schutzmaterial für frostempfindliche Obstgehölze bereithalten. Container können Sie mit Kokosmatten oder Stroh  umwickeln. Sind nur wenige starke Frostnächte vorhergesagt, genügen auch alte Decken oder Jutesäcke, um das Durchfrieren der Wurzelballen zu verhindern.
Wenn Sie einfach generell Im November oder Anfang Dezember Ihre Pflanzen „einpacken“, ohne dass es richtig kalt ist, besteht die Gefahr, dass sich Schwitzwasser bildet und Pflanzenteile 
von Schimmel- oder Fäulnispilzen befallen werden. Bei warmem Wetter müssen Sie die Schutzhüllen unbedingt öffnen.
Heftige Frosteinbrüche können auch im Boden stehende Obstgehölze gefährden, insbesondere empfi ndliche Arten wie Aprikose, Pfirsich, Feige, Marone, Kaki und Indianerbanane. Hier helfen lockere Aufl agen mit Reisig, Laub oder Stroh im Wurzelbereich. Da Mäuse diesen Schutz ebenfalls schätzen, sollten Sie auf Anzeichen für Mäusebefall achten.
Wenn Sie vorhaben, einen Obstbaum oder Strauch zu roden, bieten sich hierfür die ersten Frosttage an: Der Boden ist noch nicht durchgefroren, aber doch nicht mehr so matschig, dass  beim Roden der Wurzeln zu starke Verdichtungen entstehen. Es lohnt sich, die Wurzelstöcke ganz zu entfernen, das verringert den Infektionsdruck durch holzzerstörende Pilze.
Schnittarbeiten an schwach wachsenden Obstgehölzen sollten Sie nicht vor Februar vornehmen, starktriebige Gehölze werden ohnehin erst im August geschnitten, da der Schnitt belaubter Bäume deren Wuchs bremst. Drängt es Sie dennoch, sich jetzt schon um die Obstbäume zu kümmern, önnen Sie prüfen, ob Drähte oder Bindematerial in Äste einzuwachsen drohen. Dann sollten Sie die Bindung lockern oder entfernen und, falls erforderlich, erneuern. Geben Sie natürlichen Bindematerialen wie Jute, Kokos, Hanf oder Bast den Vorzug. Sie sehen nicht nur schöner aus, sie sind auch umweltfreundlicher.


Gehölze auf Schäden kontrollieren

(hbw) Wenn Ihre Obstgehölze komplett kahl sind, können Sie Schäden und Verletzungen gut erkennen. Hierzu zählen auch Probleme, die das Stützgerüst, Pfähle oder Anbindematerialien verursachen. Scheuerstellen und damit Rindenverletzungen sind Eintrittspforten für Infektionen, beim Apfel beispielsweise für Obstbaumkrebs. Starke Verletzungen sollten Sie ausschneiden und mit Baumwachs gut verschließen.
Wenn Sie Totholz mit Schädlings- oder Pilzbefall entfernt haben, sollten Sie es keinesfalls in der Nähe der Obstgehölze lagern. Holzpilze wie der Spaltblättling sind auch dann noch infektiös, wenn sie völlig eingetrocknet aussehen. Sobald reichlich Wasser auf den Fruchtkörper gelangt, öffnen sich die Lamellen wieder und entlassen infektiöse Sporen ins Umfeld. Auch Schädlinge wie der Ungleiche Holzbohrer überleben im toten Holz und können von dort aus auf in der Nähe stehende Bäume wechseln.
 

Gehölze befestigen

(hbw) Prinzipiell verursachen Naturmaterialien weniger Schäden als Kunststoffe. Auch der Umwelt zuliebe bietet es sich an, zum Befestigen von Stämmen, Ästen und Trieben Jute, Hanf, Kokos oder Weidentriebe zu verwenden. Sie sehen auch schöner aus und lassen sich problemlos über den Kompost entsorgen. Wenn es um den Halt des ganzen Baumes, also den Pfahl oder ein Stützgerüst geht, sind Naturmaterialien ebenfalls die bessere Wahl. Sinnvoll sind solche Stützhilfen auch für Jungbäume, die später dank starkwüchsiger Unterlage standfest sind. Anfangs sind alle Bäumchen dankbar für eine Fixierung, weil die feinen Faserwurzeln ihren Halt im Boden verlieren, wenn die Pflanzen im Wind schwanken. Dies schwächt die für Jungbäume besonders wichtige Anfangswuchsleistung.

Foto: Buchter-Weisbrodt Mit einem dicken Kokosstrick, in Form einer Acht angelegt, verhindern Sie Scheuerstellen am Stamm.


Es hat auch Vorteile, wenn Sie den Pfahl ganz bewusst platzieren. Sitzt er von der Hauptwindrichtung abgewandt im Boden, ist die Gefahr geringer, dass der Stamm am Pfahl scheuert. Am Hang sollte der Pfahl oberhalb des Baumes stehen. Wenn Sie das Bindematerial in Form einer Acht legen, sorgen Sie für einen gewissen Abstand zwischen Stamm und Pfahl und vermindern dadurch ebenfalls Scheuerstellen. Achten Sie darauf, dass die Befestigung im Lauf der Zeit nicht in den Stamm einwächst, wenn sie zu eng sitzt.