- Tiere im Garten
Wilde Honigbienen in Gefahr
Foto: Ingo Arndt
Über 15 % der Westlichen Honigbienen-Völker (Apis mellifera) leben wild. Sie nisten in Baumhöhlen, Felsspalten oder Gemäuern und leben unabhängig vom Menschen. Forschende haben jetzt gezeigt, dass diese wildlebenden Populationen stark gefährdet sind. Ohne den Zuflug von Schwärmen aus der Imkerei droht ihr Bestand innerhalb von zehn Jahren um über die Hälfte zurückzugehen. Die wilden Honigbienen werden daher jetzt auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft.
„Dabei ist eine klare biologische Trennung zwischen wildlebenden und sogenannten gemanagten Honigbienen laut aktuellem Kenntnisstand nicht haltbar“, so Dr. Patrick Kohl von der Uni Hohenheim. „Wilde Bienenvölker dienen seit Jahrtausenden als Quelle für die Imkerei. Beide Gruppen vermischen sich auch heute noch, zum Beispiel wenn sich junge Bienenköniginnen aus der Imkerei auf ihren Hochzeitsflügen mit den Drohnen wilder Bienenvölker paaren.“
Für die Imkerei sind die wilden Honigbienen vor allem aufgrund ihrer genetischen Vielfalt wichtig. Die Wildpopulationen sind Reservoirs für selten gewordene Unterarten. So entsprechen manche Wildpopulationen in Großbritannien weitgehend der Dunklen Europäischen Honigbiene (Apis mellifera mellifera).
Gründe für den Rückgang gibt es viele, etwa der Verlust von Lebensräumen oder das Verschwinden alter, hohler Bäume. Gleichzeitig führt der Rückgang naturnaher Landschaften zu einem Mangel an Nahrungsressourcen wie Pollen und Nektar, was den Völkern besonders im Winter das Überleben erschwert.
sök