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Goldwespen

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Goldwespen
  • Gemeine Schornsteinwespe
  • Parasit
  • Geruchstarnung
  • Wespen

GoldwespenFoto: Oliver Niehuis, ZFMK Bonn

Knapp 1 cm messen die metallisch schillernden Wespen, die uns auch im Garten begegnen und die angesichts ihrer Farbenpracht den Namen „Edelsteinwespen“ verdient hätten. Ihrer noblen Er­schei­nung zum Trotz führen sie einen parasitischen Lebenswandel. Sie legen ihre Eier in die Nester fremder Wespen und zerstören deren Brut – so kann der eigene Nachwuchs fremde Vorräte auf­zeh­ren.

Goldwespen „tarnen“ sich, indem sie den arttypischen Duft ihrer Wirte nachahmen. Folge: Eine Goldwespenart schmarotzt bei nur einer Wespenart. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Gleich drei Goldwespen (rechts im Bild) suchen die Gemeine Schornsteinwespe (links) heim. Das funktioniert so: „Goldwespe Nr. 1“ kann auf eine Geruchstarnung ganz verzichten, denn Sie dringt in die fremden Nester erst ein, nachdem ihr Opfer seine Eier gelegt und das Nest versiegelt hat. Der Parasit hat also freie Bahn! Die „Goldwespen Nr. 2 und Nr. 3“ schleichen sich dagegen in offene Nester der Schornsteinwespe ein, brauchen also eine „Tarnung“.

Überrascht entdeckten Biologen, dass diese beiden Parasiten – trotz des gemeinsamen Wirtes – ganz unterschiedliche „Duft-Tarnkappen“ nutzen.

Des Rätsels Lösung: Die Schornsteinwespe entwickelte zwei verschiedene „Dufttypen“, um der Parasitierung zu entkommen. Guter Versuch – er scheiterte aber, da sich eine Goldwespenart auch an ihren neuen Duft anpasste! Ein schönes Beispiel für das trickreiche Wechselspiel von Abwehr und Anpassung in der Evolution.

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