• Pflanzenporträts

Zimmerpflanzen für Ampeln

Zimmerpflanzen für AmpelnFoto: DimaBerlin/Adobe Stock

Wenn die Fensterbank voll ist, lohnt sich ein Blick nach oben: In Blumenampeln können Zimmerpflanzen ihre langen Triebe frei entfalten. Dabei brauchen sich bewährte Klassiker keineswegs zu verstecken. Ob silbrig gestreifte Blätter, grüne Perlen oder leuchtende Blüten – diese sieben Arten zeigen, wie abwechslungsreich ein hängender Garten in der Wohnung sein kann. Entscheidend ist dabei jedoch der passende Platz: Denn auch hoch aufgehängt brauchen die Pflanzen ausreichend Licht.

GrünlilieFoto: ellinnur/Adobe Stock

Grünlilie

Chlorophytum comosum

Herkunft und Wuchs: Die afrikanische Grünlilie bildet einen etwa 30 cm hohen Blattschopf. Ihre schmalen Blätter hängen bogenförmig über. Hinzu kommen lange Blütentriebe, an denen später kleine Tochterpflanzen sitzen.

Standort: Hell bis halbschattig bei üblichen Zimmertemperaturen. Grün-weiß gestreifte Sorten zeigen ihre Zeichnung an einem hellen Platz besonders schön. Vor heißer Mittagssonne schützen.

Pflege: Mäßig gießen und die Erde zwischendurch oberflächlich abtrocknen lassen. Im Frühjahr und Sommer alle zwei bis vier Wochen düngen. Drücken die kräftigen Wurzeln den Ballen aus dem Topf, ist es Zeit zum Umtopfen.

Besonderheit: Ihre fleischigen Wurzeln speichern Wasser und überbrücken kurze Trockenphasen. Die herabhängenden Kindel machen die Grünlilie zur klassischen Ampelpflanze. Sobald sie eigene Wurzeln besitzen, lassen sie sich abtrennen und eintopfen.

Herzblatt-Philodendron

Philodendron hederaceum

Herkunft und Wuchs: Der Kletterer aus dem tropischen Amerika eignet sich ebenso gut für Rankhilfen wie für Ampeln. Seine biegsamen Triebe werden im Zimmer mehrere Meter lang und tragen glatte, herzförmige Blätter.

Standort: Hell bis halbschattig, vor direkter Mittagssonne geschützt, bei etwa 18 bis 25 °C. Rein grüne Formen kommen mit weniger Licht aus; buntlaubige Sorten brauchen einen helleren Platz.

Herzblatt-PhilodendronFoto: DimaBerlin/Adobe Stock

Pflege: Das Substrat leicht antrocknen lassen, bevor erneut gegossen wird. Eine lockere Zimmerpflanzenerde mit etwas Pinienrinde oder Perlit hält den Wurzelraum luftig. Von Frühjahr bis Spätsommer alle zwei bis vier Wochen düngen. Triebe bei Bedarf zurückschneiden.

Besonderheit: Schon wenige Stecklinge ergeben gemeinsam gepflanzt eine volle Ampel. Wer mehr Farbe möchte, wählt eine Sorte wie ‘Brasil’ mit gelbgrüner Zeichnung. Die typische Herzform der Blätter bleibt dabei erhalten.

ErbsenpflanzeFoto: ansyvan/Adobe Stock

Erbsenpflanze

Curio rowleyanus (auch Senecio rowleyanus)

Herkunft und Wuchs: Die sukkulente Pflanze aus dem südwestlichen Afrika wächst in der Natur über den Boden. In der Ampel hängen ihre dünnen Triebe mit den kugeligen Blättern wie Perlenschnüre herab und erreichen etwa 60 bis 90 cm, gelegentlich mehr.

Standort: Sehr hell, mit etwas milder Sonne. Heiße Mittagssonne hinter Glas vermeiden. Wichtig ist, dass auch die Oberseite des Topfes Licht erhält, damit die Pflanze dort dicht bleibt.

Pflege: In sehr durchlässiges Sukkulentensubstrat pflanzen und erst wieder gießen, wenn dieses abgetrocknet ist. Im Winter besonders zurückhaltend wässern. Während der Wachstumszeit höchstens monatlich schwach düngen.

Besonderheit: Die grünen „Erbsen“ sind wasserspeichernde Blätter. Ihre kugelige Form hält die Oberfläche im Verhältnis zum Volumen klein und vermindert dadurch Wasserverluste – eine Anpassung an trockene Lebensräume.

ZebrakrautFoto: Olga/Adobe Stock

Zebrakraut

Tradescantia zebrina

Herkunft und Wuchs: Das von Mexiko bis Kolumbien verbreitete Zebrakraut wächst kriechend und bewurzelt sich an den Triebknoten. In der Ampel bilden die rasch wachsenden, etwa 30 bis 60 cm langen Triebe einen dichten Blättervorhang.

Standort: Hell, mit etwas Morgen- oder Abendsonne, bei etwa 18 bis 24 °C. An dunklen Plätzen werden die Triebe lang und spärlich belaubt; auch die Blattfarben verlieren an Intensität.

Pflege: In durchlässiger Zimmerpflanzenerde kultivieren und gießen, sobald die Oberfläche angetrocknet ist. Im Sommer etwa alle zwei bis vier Wochen schwach düngen. Regelmäßiges Einkürzen fördert die Verzweigung. Verkahlte Pflanzen können Sie aus Triebstecklingen erneuern.

Besonderheit: Zwei silbrige Längsstreifen und violette Blattunterseiten sorgen auch ohne Blüten für Farbe. Besonders schön wirkt das Laub, wenn seitlich einfallendes Licht die metallisch schimmernde Zeichnung hervorhebt.

LeuchterblumeFoto: Julia/Adobe Stock

Leuchterblume

Ceropegia woodii

Herkunft und Wuchs: Die Leuchterblume stammt aus dem südlichen Afrika. An ihren dünnen, bis über 2 m langen Trieben sitzen kleine, herzförmige Blätter mit silbriger Zeichnung und häufig violetten Unterseiten.

Standort: Sehr hell, mit Morgen- oder Abendsonne. Bei Zimmertemperatur wächst sie gut; im Winter darf sie etwas kühler stehen. Lichtmangel führt zu großen Abständen zwischen den Blättern.

Pflege: Durchlässiges, mineralisch aufgelockertes Sukkulentensubstrat verwenden. Zwischen den Wassergaben gut abtrocknen lassen und im Winter deutlich sparsamer gießen. Während des Wachstums etwa einmal monatlich schwach düngen.

Besonderheit: Die auch als „String of Hearts“ bekannte Pflanze bildet kleine Knöllchen an älteren Trieben. Auf Substrat gelegt können daraus neue Pflanzen entstehen. Ihre bizarren Röhrenblüten erinnern an winzige Laternen.

Schamblume

Aeschynanthus radicans

Herkunft und Wuchs: Die Schamblume stammt aus Südostasien und wächst dort auf Bäumen, ohne ihnen Nährstoffe zu entziehen. Ihre mit festen, glänzenden Blättern besetzten Triebe hängen etwa 30 bis 90 cm über den Gefäßrand.

Standort: Hell, ohne intensive Mittagssonne, bei etwa 18 bis 25 °C. Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit ist günstig. Ein helles Badezimmer kann passen, sofern die Pflanze nicht kalter Zugluft ausgesetzt ist.

SchamblumeFoto: fabrizio/Adobe Stock

Pflege: Ein lockeres Substrat mit feiner Pinienrinde und Perlit verwenden. Nach oberflächlichem Antrocknen mit zimmerwarmem Wasser gießen. Im Frühjahr und Sommer alle zwei bis vier Wochen schwach düngen. Nach der Blüte lassen sich lange Triebe einkürzen.

Besonderheit: Die roten Röhrenblüten schieben sich aus dunklen Kelchen hervor – daher der Beiname Lippenstiftpflanze. Während viele Ampelpflanzen vor allem mit ihrem Laub wirken, setzt sie kräftige Blütenakzente.

Gerrit Viets
Verlag W. Wächter