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Zauberhafte Zistrosen

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  • Purpur-Zistrose
  • Lorbeerblättrige Zistrose
  • Lack-Zistrose
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  • Mittelmeerraum

ZistrosenFoto: adrian sumner/Adobe Stock

Zistrosen (Cistus) werden viel zu selten gepflanzt. Die immergrünen Sträucher vertragen Hitze und Dürre und sind zauberhaft schön. Die Gattung umfasst etwa 25 Arten. Das größte Interesse gilt der Grauen Zistrose (Cistus in­canus, auch Graublättrige Zistrose). Sie stammt aus dem Mittelmeerraum und bedeckt dort sandig-steinige Trockenhänge. Bei anhaltender Dürre überdauert der bis zu 1,5 m hohe, immergrüne Strauch mit eingerollten Blättern, nach Flächenbrand treibt er aus den Wurzeln wieder aus, regeneriert sich aber auch aus Samen.

Im Gartenbeet oder Kübel

Die Beschreibung der Wildstandorte gibt die Bedingungen im Garten vor: Wählen Sie die geschützteste und sonnigste Stelle mit sehr gut durchlässigem, trockenem Boden. Ist es im Winter zu nass, sollten Zistrosen unter dem Vordach einer Südwand wachsen oder der Boden so gut drainiert sein, dass die Wurzeln nie lange nass stehen.

Es lohnt sich, den idealen Standort zu gestalten, denn die mediterranen Pflanzen verleihen dem Garten nicht nur ein zauberhaftes Flair, sie verströmen auch einen wohltuenden Geruch und locken neben zahlreichen Wildbienen auch mehrere Käferarten an. Außer einzelnen Blattläusen zu Vegetationsbeginn zeigen sich keine Krankheiten oder Schädlinge.

Im Weinbauklima und in der nordwestdeutschen Tiefebene gedeihen Zistrosen, am passenden Standort ausgepflanzt, im Garten. In raueren Lagen kultivieren Sie die mediterranen Sträucher am besten in großen Kübeln und überwintern sie kühl, hell und frostfrei.

Graue Zistrose im Fokus

Die als Heilpflanze genutzte Graue Zistrose hat 4–6 cm große, kräftig rosarote Blüten mit zahlreichen knallgelben Staubblättern im Zentrum. An vollsonnigen Tagen fallen die knittrigen fünf Blü­tenblätter schon am frühen Nachmittag ab, an bedeckten Tagen halten sie gut zwei Stunden länger.

ZistrosenblüteFoto: Buchter-WeisbrodtTag für Tag öffnen sich zahlreiche neue Blüten, die sofort von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen belagert werden. Nach der Bestäubung bildet die Pflanze runde, harte Samen, die zum Sommer­ende reif sind. Die Hauptblütezeit dauert sechs bis acht Wochen, danach öffnen sich aber immer noch einzelne Blüten. Unter den Sorten der Grauen Zistrose gilt ‘Belle de Jour’ als besonders winterhart.

Alte und neue Heilpflanze

Zistrosen dienen seit dem 4. Jh. v. Chr. zu Heilzwecken. Seit etwa 30 Jahren interessieren sich auch Pharmazie und Kosmetikindustrie vor allem für die gerbstoff­hal­tige Graue Zistrose. Laboranalysen bescheinigen ihr ein dreifach höheres Antioxidationspotenzial als etwa Grünem Tee. Im Handel wird vor allem „Cistus incanus Pandalis“ als markenrechtlich geschützte Zistrosen-Selektion zur Teebereitung angeboten. Im Garten oder als Kübelpflanze kön­nen Sie die Graue Zistrose einfach selbst anbauen.

Ernten Sie nicht nur einzelne Blätter, sondern auch die diesjährigen dünnen, klebrigen Triebe. Zwar enthält der Tee dann auch feine Zweigstückchen, sie sind aber noch reicher an wertgebenden Inhaltsstoffen als Blätter und Blütenknospen.

Weitere dekorative Arten

Neben der Grauen Zistrose sind weitere Arten zur Kultur im Kübel oder im Garten geeignet.

Purpur-Zistrose 

(Cistus x purpureus)
Blüte: rosa mit dunkelroten Basalflecken, Juni bis September, 5–7 cm Durchmesser
Laub: immergrün, graugrün
Wuchs: 0,5–1 m hoch
Besonderheit: am besten im Kübel kultivieren und frostfrei überwintern

Purpur-ZistroseFoto: adrian sumner/Adobe Stock

 

Lorbeerblättrige Zistrose

(Cistus laurifolius)
Blüte: reinweiß, Juni bis August, 5–7 cm Durchmesser
Laub: immergrün, ledrig, dunkelgrün
Wuchs: 1–1,5 m hoch
Besonderheit: gilt als frosthärteste Art

Lorbeerblättrige ZistroseFoto: Tanya/Adobe Stock

 

Lack-Zistrose

(Cistus ladanifer)
Blüte: reinweiß mit dunkelroten Basal­flecken, 6–10 cm Durchmesser
Laub: immergrün, länglich, glänzend dunkelgrün
Wuchs: 1–1,5 m hoch
Besonderheit: früher wurde aus angeritzten Zweigen das kosmetisch genutzte Ladanum-Harz gewonnen.

Lack-ZistroseFoto: Nataraj /Adobe Stock


Dr. Helga Buchter-Weisbrodt