• Pflanzenporträts

Bunte Frühlingsboten - Krokusse

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Krokus
  • Elfen-Krokus
  • Kleiner Krokus
  • Frühlings-Krokus
  • Herbst-Krokus
  • Dreifarbiger Krokus
  • Frühling

KrokusseFoto: V. J. Matthew/Adobe Stock

Wie herrlich ist es doch, wenn sich der Winter dem Ende zuneigt und sich die ersten Krokusse (Crocus) öffnen. Keine andere Blume ist so sehr Frühlingssymbol. Man spürt gleich die steigende Kraft der Sonnenstrahlen – der Frühling kommt, der Kreislauf des Lebens dreht die nächste Runde.

Gut, dass sich die kleinen Frühlingsboten im Garten so unkompliziert kultivieren lassen und zuverlässig frosthart sind. Mit ihrer Hauptblütezeit von Februar bis Anfang April dienen sie auch vielen Insekten als erste Pollen- und Nektarquelle, etwa Erdhummel, Gartenhummel und Frühlings-Seidenbiene.

Es gibt über 100 Krokus-Arten – Wildbestände finden sich vor allem in Südeuropa, Klein- und Vorderasien, etwa in Italien, Spanien, Syrien und im Kaukasus. In Deutschland kommt nur eine Art natürlich vor: der Weiße Frühlings-Krokus (Crocus vernus subsp. albiflorus) in den Alpen. Alle anderen vermeintlich in der Natur wachsenden Krokusse sind verwilderte Bestände aus früheren Anpflanzungen.

Neben den botanischen Arten gibt es unzählige Sorten. Vor allem in den Niederlanden wurden und werden Krokusse intensiv züchterisch bearbeitet. Hier findet auch ein Großteil der Vermehrung statt. In den Gärten werden vor allem der Frühlings-Krokus mit seinen großen Blüten, der extrem robuste Elfen-Krokus und der zierliche Kleine Krokus kultiviert. Weniger bekannt und verbreitet sind die Herbst-Krokusse, die ab September blühen.

Der richtige Platz

Krokusse benötigen einen durchlässigen Boden, Staunässe führt zum Faulen der Knollen. Alle Arten bevorzugen einen sonnigen Standort, einige, wie der Elfen-Krokus, blühen aber auch im Halbschatten zuverlässig. Ideal ist etwa ein Platz im Steingarten oder in sonnigen Staudenbeeten. Viele Arten und Sorten eignen sich auch zum Verwildern auf Wiesen. Dort dürfen im Frühjahr die Blätter erst nach dem Vergilben abgemäht werden.

Der richtige PlatzFoto: refresh(PIX)/Adobe Stock

Brutknollen und Selbstaussaat

Anders als etwa Tulpen oder Narzissen, bei denen die einzelnen Zwiebelschichten gut erkennbar sind, bilden Krokusse Knollen als Überdauerungsorgan. Damit überstehen die Pflanzen am Natur­standort die trockenen, heißen Sommer.

Zur Vermehrung bildet die Mutterknolle Brutknollen, die bereits im Folgejahr blühen, während die alte Knolle abstirbt. Auch über Aussaat vermehren sich viele Arten leicht und zuverlässig. Einen beeindruckenden Ausbreitungsdrang hat etwa der Elfen-Krokus, der riesige Bestände bildet. Wichtig ist, Krokus-Flächen möglichst in Ruhe zu lassen, damit sich die Brutknollen und die Sämlinge ungestört entwickeln können.

Krokusse im Garten ansiedeln

Bringen Sie die Knollen aller Frühlings-Krokusse im Herbst (September bis November) in den Boden. Die Pflanztiefe beträgt je nach Art 5–10 cm. Am besten wirken Krokusse in Gruppen: Pflanzen Sie also immer mindestens zehn Stück pro Sorte. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen beträgt etwa 6–8 cm.

Bei einer Wiesenpflanzung heben Sie am besten an verschiedenen Stellen mit dem Spaten Grassoden an und klappen sie auf. In die freigelegte Erde setzen Sie eine Handvoll Krokus-Knollen, legen die Rasensode wieder darüber und drücken sie leicht an. Die Pflanzen werden sich dann ihren Weg durch die Grasnarbe bahnen.

Auch wenn Krokusse sehr pflegeleicht sind, kommt es vor, dass sie schnell wieder aus dem Garten verschwinden. Ursache ist häufig ein Fraßschaden durch Wühlmäuse. Um die Krokusse zu schützen, können Sie sie in feinmaschige Drahtkörbe pflanzen.
 

Elfen-Krokus

Oft schon im Februar öffnet der Elfen-Krokus (Crocus tommasinianus, auch Dalmatiner Krokus) seine blassvioletten, zierlichen Blüten. Die Hauptblütezeit liegt im März. Sein Heimatgebiet ist Südosteuropa, von Ungarn bis Bulgarien. Große verwilderte Bestände gibt es etwa in den Niederlanden.

Elfen-KrokusFoto: Iva/Adobe Stock

Die robuste und ausbreitungsfreudige Art ist ideal zum Verwildern. Sie verträgt Halbschatten und gedeiht daher auch unter laubabwerfenden Gehölzen. Auch für eine üppige Frühlingswiese ist der Elfen-Krokus perfekt. Neben der zarten lavendelblauen Wildart gibt es eine Reihe attraktiver Sorten.

Sortentipps: ‘Albus’ (weiß), ‘Barr’s Purple’ (rosa), ‘Hummingbird’ (blauviolett), ‘Roseus’ (purpurrosa), ‘Ruby Giant’ (purpurviolett)

 

Kleiner Krokus

Der Kleine Krokus (Crocus chrysanthus, auch Balkan-Krokus) liebt sonnige Standorte und blüht von Februar bis März creme- bis orangegelb. Aus der zierlichen Wildart sind zahlreiche Sorten hervorgegangen. Neben verschiedenen Gelbtönen gibt es auch weiße, hellblaue und violette Sorten. Der Kleine Krokus ist sehr reichblütig und passt mit seinem zierlichen Wuchs perfekt in Steingärten.

Kleiner KrokusFoto: Tanya Keisha/Adobe Stock

Sortentipps: ‘Ard Schenk’ (weiß), ‘Blue Pearl’ (hellblau), ‘Cream Beauty’ (cremegelb), ‘Dorothy’ (goldgelb), ‘Prins Claus’ (weiß mit violetter Außenseite), ‘Romance’ (hellgelb)

 

Frühlings-Krokus

Der Frühlings-Krokus (Crocus vernus) wurde bereits früh züchterisch bearbeitet. Unter dem Namen Gewöhnlicher Frühlings-Krokus (Crocus vernus subsp. vernus, auch Holländischer Krokus) sind zahlreiche Sorten im Angebot. Sie zeichnen sich durch große, sehr attraktive Blüten aus. Die Hauptblütezeit liegt im März/April.

Frühlings-KrokusFoto: Studio Porto Sabbia/Adobe Stock

Sortentipps: ‘Flower Record’ (tiefviolettblau), ‘Grand Maître’ (hellviolettblau) ‘Ice Queen’ (weiß), ‘Pickwick’, ‘Striped Beauty’ (beide weiß, violett gestreift), ‘Vanguard’ (hellblau)

 

Herbst-Krokusse

Neben den bekannten Frühlingsblühern öffnen einige Krokus-Arten ihre Blüten erst im Herbst. Ihre Blätter erscheinen mit den Blüten und gehen grün durch den Winter. Geben Sie Herbst-Krokussen am besten einen geschützten Platz mit sehr durchlässigem Boden. Die kleinen Knollen pflanzen Sie im Sommer.

Herbst-KrokusseFoto: SteveMC/Adobe Stock

  • Pracht-Krokus (Crocus speciosus, Foto)
    Blüte blauviolett mit dunklen Adern, September bis Oktober
    Sortentipps: ‘Albus’ (weiß), ‘Cassiope’ (hellviolettblau), ‘Oxonian’, ‘Semedo’ (beide tiefviolettblau)
  • Safran-Krokus (Crocus sativus)
    Blüte hellviolett mit dunklen Adern, Oktober
  • Crocus pulchellus ‘Zephyr’
    Blüte weiß mit blauen Adern, September bis Oktober

 

Weitere Frühlingsschätze

Obwohl sie zauberhafte Blüten haben, sind einige Krokus-Sorten bisher nur selten in Gärten anzutreffen:

  • Crocus olivieri subsp. balansae ‘Orange Monarch’
    Blüte orange, außen dunkel geadert, Februar bis März
  • Crocus flavus ‘Golden Yellow’ (Foto)
    Blüte leuchtend goldgelb, März bis April

Crocus flavus ‘Golden Yellow’Foto: Flower_Garden/Adobe Stock

  • Crocus minimus ‘Spring Beauty’
    Blüte lila mit violetter Außenseite, Februar bis März
  • Dreifarbiger Krokus – Crocus sieberi subsp. sublimis ­‘Tricolor’
    Blüte lila mit weißer Mitte und gelbem Auge, Februar bis März


Robert Kröger
Vorsitzender des Landesverbandes der Gartenfreunde 
Mecklenburg und Vorpommern