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Bunte Blütenwolken

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  • Gewöhnliche Felsenbirne
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Blütenreiche ZiergehölzeFoto: Т Т/Adobe Stock

Ihre Vorzüge sprechen für sich – pflegeleicht, wüchsig und robust bereichern Ziersträucher wie Deutzie und Co. im Frühjahr und Frühsommer unsere Gärten mit großer Blütenfülle. Manche tragen die Namen ihrer Entdecker oder Förderer wie ein kleines Stück Gartengeschichte in sich. So erinnern Deutzie, Kolk­witzie und Weigelie noch heute an Botaniker und Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, als diese blütenreichen Sträucher von anderen Erdteilen ihren Weg in die europäischen Gärten fanden.

Verwenden Sie diese Ziersträucher in Einzelstellung, als Sichtschutz oder als blühende Hecke. Wenn Sie den späteren Platzbedarf berücksichtigen, können Sie viele Jahre viel Freude bei wenig Arbeit an ihnen haben. Am besten zeichnen Sie vor der Pflanzung einen Pflanzplan. Darin markieren Sie den künftigen Platzbedarf der Gehölze als Kreise entsprechend ihrer Endgröße. Das ist besonders bei begrenztem Platzangebot vorteilhaft. Achten Sie beim Kauf auf die genaue Etikettierung, da die Sorten einer Gattung/Art ganz unterschiedliche Wuchsstärken haben können.

Pflegeleicht und blütenreich

Wenn sie unkomplizierte Blütenwolken pflanzen möchten, sind diese Klassiker aus Asien ein guter Tipp. Es gibt eine große Sortenfülle mit unterschiedlicher Wuchskraft, Blüten- und Laubfarbe.

Für das Rahmengrün

Einheimische Großsträucher wie Kornelkirsche, Weißdorn oder Pfaffenhütchen wachsen stärker und eignen sich daher eher als Rah­men­pflanzung (Tabelle unten), etwa als frei wachsende Hecken. Wegen der stattlichen Höhe, die sie mit den Jahren erreichen, empfehlen sich solche Hecken vornehmlich an den Außengrenzen der Kleingartenanlage oder als Blütenhecken auf Gemeinschaftsflächen.

Einheimische GroßsträucherFotos: Sanja; spline_x; Monika; Aatar Ata; Scisetti Alfio; Bells7/alle Adobe Stock

Art Wuchs Blüten Früchte ökologischer Wert
1)
Kornelkirsche
Cornus mas
3–6 m hoch und etwas weniger breit März/April, gelb eiförmige, dunkelrote Steinfrüchte, essbar, lassen sich verarbeiten, die Sorte ‘Jolico’ ist großfrüchtig Frühblühendes Insekten- sowie Vogelschutzgehölz
2)
Weißdorn
Crataegus monogyna Crataegus laevigata
3–6 m hoch, breit ausladender Wuchs, Triebe stark bedornt Mai/Juni, weiß, strenger Duft im Herbst dunkelrote, kleine, ­apfelförmige Früchte, lassen sich verarbeiten Insektenfutter, Futter für Schmetterlingsraupen, Vogel­schutz- und Vogelnährgehölz
3)
Pfaffenhütchen
Euonymus europaeus
3–5 m hoch, 2–4 m breit, rote Laubfärbung im Herbst Mai/Juni, gelbgrün, unscheinbar auffällige rosa-orange Kapselfrüchte im Herbst, giftig Raupenfutterpflanze, Vogelnährgehölz, für Menschen in allen Teilen giftig
4)
Gewöhnliche Felsenbirne
Amelanchier ovalis
2–4 m hoch und breit April/Mai, weiß kleine, schwarzblaue Apfelfrüchte, essbar, lassen sich verarbeiten, beliebt bei Vögeln Insekten- und Raupenfutter, Vogelnährgehölz
5)
Schwarzer Holunder
Sambucus nigra
4–7 m hoch, bis 5 m breit, Zuchtformen kleiner, wie ‘Black Lace’ mit 2–3,5 m Mai/Juni, cremeweiße, schirmartige Scheindolden schwarze, in Dolden reifende Steinfrüchte, roh giftig, lassen sich verarbeiten Insekten- und Raupenfutter, Vogelnährgehölz
Heimische Blütenwolken

Wenn es zur Blütezeit in den Weigelien, Deutzien und Kolkwitzien vor Honigbienen und Hummeln nur so summt und brummt, können sie zu Recht als bienenfreundlich bezeichnet werden. Spezialisierte Insekten werden auf ihren Blüten jedoch nicht zu finden sein. Sie sind auf heimische Gehölze angewiesen, die sich gemeinsam mit der hiesigen Tierwelt entwickelt haben.

Heimische Sträucher sind ökologisch besonders wertvoll und bieten sowohl mit ihren Blüten als auch mit den Früchten und dem Laub Nahrung und Lebensraum für Insekten und Vögel. Die folgenden Arten bleiben kompakt und sind daher für den Kleingarten empfehlenswert.

So wird gepflanzt

Ziersträucher sind im Gartenfachhandel vom Frühjahr bis Herbst als Containerware erhältlich. Sie können außer in sommerlichen Hitzeperioden oder bei Frost jederzeit gepflanzt werden.

Heben Sie ein Loch mit dem doppeltem Durchmesser des Wurzelballens aus und lockern Sie den Boden des Pflanzloches zusätzlich auf. Bei dichtem Wurzelfilz reißen Sie den Wurzelballen auf. Das Gehölz sollte so tief ins Pflanzloch gesetzt werden, wie es vorher im Topf stand.

ZiergehölzFoto: Maryna/Adobe Stock

Füllen Sie das Loch von allen Seiten gleichmäßig mit Gartenboden an und drücken Sie die Erde mit den Händen leicht an. Bei normalem Gartenboden ist keine Bodenverbesserung notwendig. Bei mageren Böden können Sie in die oberste Schicht noch etwas Kompost einarbeiten.

Formen Sie aus dem lockeren Boden einen Gießwall und gießen Sie kräftig an. Frisch gepflanzte Gehölze müssen in den folgenden Wochen regelmäßig gegossen werden.

 

Deutzie ‘Strawberry Fields’ und ‘Mont Rose’Fotos: tom; Olya/beide Adobe StockDeutzie – Deutzia

Herkunft: Himalaja bis Ostasien
Name: würdigt einen Amsterdamer Ratsherrn: F. J. van der Deutz
Blüte: Sternchenblüten im Frühsommer, je nach Sorte weiß bis rosa, Bienenweide
Wuchs: aufrecht bis überhängend, locker verzweigt, Höhe 2–3 m, Zwergsorten niedriger
Pflege: pflegeleicht, bevorzugt gleichmäßige Bodenfeuchte, daher am besten mulchen, frosthart. Schnitt nach der Blüte oder Auslichten der ältesten Triebe im Frühjahr erhält die Blühfreudigkeit des Gehölzes.
Arten-/Sortentipps:
• Zierliche Deutzie (Deutzia gracilis): weiß, 0,5–0,8 m hoch und breit
• ‘Mont Rose’: rosa, zu weiß verblassend, 1,5– 2 m hoch, 1–1,5 m breit
• ‘Strawberry Fields’: purpurrosa, leichter Erdbeerduft, 1–1,5 m hoch und breit

 

KolkwitzieFoto: Robert/Adobe StockKolkwitzie – Kolkwitzia amabilis

Herkunft: Westen Chinas
Name: zu Ehren des Berliner Botanikers Prof. R. Kolkwitz
Blüte: Blüten rosa mit gelblichem Schlund und honigartigem Duft; Ende Mai bis Ende Juni; Bienenweide
Wuchs: aufrecht, im Alter elegant überhängend, 2–3 m hoch und breit
Pflege: anspruchslos, hitzeverträglich, übersteht Dürrezeiten; verträgt Halbschatten, frosthart; Verjüngungsschnitt im Abstand von vier bis fünf Jahren
Sortentipp: ‘Pink Cloud’: rosa, sehr reichblütig

 

Weigelie ‘Red Prince’Foto: Barbara/Adobe StockWeigelie – Weigela

Herkunft: Nordosten Asiens
Name: nach dem deutsch-schwedischen Arzt, Chemiker und Botaniker C. E. von Weigel
Blüte: Gartenformen sind meist Züchtungen aus der Art Weigela florida, Blüten trichterförmig, je nach Sorte weiß, rosa bis tiefrot; Hauptblütezeit im Frühsommer, oft mit Nachblüte
Wuchs: je nach Sorte 1–3 m hoch und breit
Pflege: geringe Bodenansprüche, pH-Wert leicht sauer bis schwach alkalisch, frosthart, verträgt Halbschatten, Schnitt nur bei Verkahlen im unteren Bereich erforderlich
Sortentipps:
• ‘Red Prince’ (Foto): rot, 1,5–2 m hoch und breit
• ‘Victoria’: purpurrot, 0,8–1,2 m hoch und breit
• ‘Wings of Fire’: rosa, bronzefarbenes Laub, bis 1,5 m hoch
• ‘Ebony and Ivory’: weiße Blüten und purpurfarbenes Laub, bis 1,5 m hoch
• ‘Monet’: rosa, Laub grün mit unregelmäßigem weißrosa Rand, 0,4–0,7 m hoch und breit

 

BesenginsterFoto: Oleh Marchak/Adobe StockBesenginster – Cytisus scoparius

Blüte: gelbe Schmetterlingsblüten im Mai/Juni, duftend
Wuchs: aufrecht, besenartig, 1–2 m hoch und breit, Schnitt nach der Blüte sorgt für buschigeren Wuchs
Standort: sonnig und warm, sandige bis lehmige, saure Böden, verträgt keine Staunässe, kann bei starken Frösten zurückfrieren
Ökologischer Wert: Bienen- und Insektenweide, Raupenfutter für über 60 Schmetterlingsarten
Verwendung: als blickdichte Hecke, zur Böschungsbefestigung, für Stein- und Heidegärten
 

Gelber BlasenstrauchFoto: ANGHI/Adobe StockGelber Blasenstrauch – Colutea arborescens

Blüte: von Mai bis Oktober, daraus entwickeln sich blasig aufgeblähte Hülsen
Wuchs: breitbuschiger Strauch, 2–3 m hoch und breit
Standort: sonnig bis halbschattig, anspruchslos, bevorzugt sandige, eher trockene Böden, verträgt Hitze und Sommertrockenheit, aber keine Staunässe; windfest
Ökologischer Wert: liefert Pollen und Nektar für über 50 Wildbienenarten, davon 19 spezialisierte, Blätter sind Raupenfutter
Achtung: Blätter und Samen sind schwach giftig
Verwendung: Einzelstellung oder für gemischte Hecken, Schnitt ist i.d.R. nicht erforderlich, Formschnitt ist möglich
 

BibernellroseFoto: Alexandra/Adobe StockBibernellrose – Rosa spinosissima

Blüte: cremeweiße, duftende Blüten, aus denen sich schwarzrote Hagebutten bilden
Wuchs: 1–1,5 m hoch und breit, sehr stachelige Triebe
Standort: sommerwarme Standorte mit durchlässigem kalkreichem Boden
Ökologischer Wert: Blüten sind Insektenweide, Strauch bietet Vögeln Unterschlupf und Nistmöglichkeiten und Winterfutter durch die Hagebutten, Raupenfutter für 40 Schmetterlingsarten
Verwendung: als Sichtschutz und zur Böschungsbepflanzung, Schnitt nach der Blüte fördert buschigen Wuchs


Kerstin Dreischang
Landesverband der Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern