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Bromelien für die Fensterbank

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BromelienFoto: IKvyatkovskaya/Adobe Stock

Wenn der Garten im Winterschlaf liegt und draußen graue Tristesse herrscht, sehnen Sie sich vielleicht nach etwas Farbe auf der Fensterbank. Die farbenprächtigen Bromelien sind dafür wie geschaffen: Sie bringen tropisches Flair ins Haus und sind dabei überraschend pflegeleicht.

Vielfalt aus den Tropen

Die Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae) umfasst rund 60 Gattungen mit etwa 3000 Arten. Neben zahlreichen dekorativen Zimmerpflanzen zählt auch die bekannte Ananas (Ananas comosus) zu ihren Vertretern. Ur­sprünglich stammen Bromelien aus Süd- und Mittelamerika, wo sie in unterschiedlichsten Lebensräumen – von tropischen Regenwäl­dern bis hin zu trockenen Hochebenen – gedeihen.

Viele Arten wachsen epiphytisch, also als Aufsitzerpflanzen auf Bäumen oder Felsen. Ähnlich wie Orchideen nehmen sie Wasser und Nährstoffe über spezielle Saugschuppen und Schuppenhaare auf ihren Blättern auf. Erde benötigen nur rein terrestrisch wachsende Arten. Die Blattrosette dient dabei als natürlicher Wasserspeicher, in dem sich Regenwasser sammelt – eine perfekte Anpassung an ihre oft wechselhaften Heimat­bedin­gungen.

Hochblätter als Blickfang

Was Bromelien so attraktiv macht, sind ihre farbenprächtigen Hochblätter (Brakteen), die die Mitte der Blattrosette bilden. Sie sind keine Blüten im botanischen Sinn, leuchten aber in intensiven Farben von Rot über Orange bis Violett und halten oft mehrere Monate. Die eher kleinen, meist kurzlebigen eigentlichen Blüten erscheinen wiederum an Stielen aus der Blattrosette.

Blüte einer BromelieFoto: Yuliia/Adobe StockDamit sich die prachtvollen Hochblätter bilden, benötigen Bromelien viel Licht. Ein heller Platz auf der Fensterbank ist ideal. Direkte Son­ne sollten sie jedoch nur am Morgen oder im Winter erhalten, da starke Mittagshitze die Blätter verbrennen kann. In unseren ganzjährig warmen Wohnräumen fühlen sich Bromelien wohl, da sie an hohe Temperaturen gewöhnt sind. Im Sommer dürfen Sie Ihre Pflanzen auch nach draußen stellen – achten Sie jedoch darauf, dass die Nachttemperaturen nicht unter 15 °C fallen.

Pflegeleicht und langlebig

Die meisten Bromelien lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Besprühen Sie die Pflanzen morgens regelmäßig mit weichem oder entkalktem Wasser, um ein tropisches Klima zu simulieren. Achten Sie zudem darauf, dass der Blatttrichter – also die Rosette – im Sommer stets etwas Wasser enthält. Verwenden Sie am besten Regenwasser.

Steht Ihre Bromelie im Substrat, sollte dieses leicht feucht, aber nie nass sein. Während der Wachstumsphase (Frühjahr bis Herbst) freut sich die Pflanze über eine monatliche Düngergabe in schwacher Konzentration. Gut geeignet sind spezielle Bromelien-/Tillandsien- oder Or­­chideendünger. Etwa einmal im Monat sollten Sie das restliche Wasser in der Rosette ausschüt­ten und durch frisches, kalkfreies ersetzen. Im Winter genügt es, sparsam zu gießen und auf Dünger zu verzichten.

Nach der Blüte stirbt die Mutterpflanze allmäh­lich ab – doch bevor das geschieht, bildet sie meist Seitentriebe, sogenannte Kindel. Diese können Sie, sobald sie etwa die Hälfte der Größe der Mutterpflanze erreicht haben, vorsichtig abtrennen und in einen eigenen Topf setzen bzw. auf ein Stück Holz aufbinden.

Typische Probleme

Braune Blattspitzen deuten meist auf zu trockene Luft hin. Schneiden Sie die Spitzen vorsichtig ab und stellen Sie die Pflanze etwas luftfeuchter. Wenn hingegen Blätter faulen oder Kindel absterben, steckt häufig ein Pilzbefall dahinter – in diesem Fall hilft nur das Entfernen befallener Pflanzenteile.

Auch Schädlinge wie Wollläuse oder Schild­läuse treten gelegentlich auf. Bromelien reagieren empfindlich auf Pflanzenschutzmittel; besser ist es deshalb, betroffene Pflanzen zu isolieren und die Schädlinge vorsichtig me­chanisch zu entfernen oder mit sanften Hausmitteln zu bekämpfen.

 

GuzmanieFoto: Little Studio1/Adobe Stock

Guzmanie

(Guzmania)

Die Guzmanie ist eine meist epiphytische, gelegentlich auch terrestrische Art.
Hochblätter: Leuchtende Farben von Rot, Gelb und Orange bis hin zu Violett oder Weiß, oft zweifarbig
Blütezeit: Ganzjährig, häufig im Winter
Pflege: Heller Standort ohne direkte Sonne, hohe Luftfeuchte, gleichmäßig feucht, kein 
stehendes Wasser
Besonderheiten: Stirbt nach der Blüte ab, bildet aber zahlreiche Kindel zur Weiterkultur

 

 

ZimmerhaferFoto: Jana/Adobe Stock

Zimmerhafer

(Billbergia nutans)

Schmale, überhängende Blattrosette mit zarten, rötlich rosa Hochblättern.
Hochblätter: Überhängend, rötlich, oft mit grünen Blütenröhren
Blütezeit: November–Januar
Pflege: Hell, aber ohne direkte Sonne, feucht halten, kein Wasser in die Rosette gießen
Besonderheiten: Anspruchslos und blühfreudig; gut für halbschattige Standorte

 

 

Flammendes SchwertFoto: Ars Ulrikusch/Adobe Stock

Flammendes Schwert

(Vriesea splendens)

Dekorative Aufsitzerpflanze mit länglichen, dunkel quergebänderten Blättern.
Hochblätter: Leuchtend rot, flach, schwertförmig angeordnet
Blütezeit: März–Mai
Pflege: Gleichmäßig feucht, hohe Luftfeuchte, kalkfreies Wasser verwenden
Besonderheiten: Besonders beliebt wegen der kontrastreichen Blattzeichnung

 

 

AnanasFoto: hcast/Adobe Stock

Ananas

(Ananas comosus)

Terrestrische Bromelie mit steifem, grün-bläulichem, festem Laub.
Hochblätter: Ohne Zierwert
Blütezeit: Sommermonate
Pflege: Warm und hell, gleichmäßig feucht, im Sommer gern im Freien
Besonderheiten: Bildet essbare Früchte, es gibt neben der bekannten Supermarktform auch welche mit kleinen Früchten oder gestreiftem Laub.

 

 

NestrosetteFoto: joloei/Adobe Stock

Nestrosette

(Neoregelia)

Breitgefächerte Blattrosette mit intensiv gefärbtem Zentrum, besonders zur Blütezeit.
Hochblätter: Weniger auffällig, dafür farbige Blattmitte
Blütezeit: Sommermonate
Pflege: Hell bis halbschattig, hohe Luftfeuchte, stets etwas Wasser im Blattrichter lassen
Besonderheiten: Farbintensivste Vertreter der ­Bromelien; sehr dekorativ in Pflanzschalen

 

 

Graue TillandsieFoto: noppharat/Adobe Stock

Graue Tillandsie

(Tillandsia)

Epiphytische Arten mit schmalen, graugrünen Blättern, die mit silbrigen Schuppen bedeckt sind.
Hochblätter: Je nach Art unterschiedlich, meist zart gefärbt
Blütezeit: Unterschiedlich nach Art
Pflege: Sehr heller Standort, regelmäßig mit kalk­freiem Wasser besprühen, nie dauerhaft nass
Besonderheiten: Ideal für Wand- und Deko­pflanzungen; ohne Substrat haltbar

 

 

Blaue TillandsieFoto: Toyakisfoto.photos/Adobe Stock

Blaue Tillandsie

(Tillandsia cyanea)

Epiphytische Art mit flacher, rosa bis violett gefärbter Blütenähre und blauen Einzelblüten.
Hochblätter: Flach, rosa bis violett
Blütezeit: November–März
Pflege: Hell bis halbschattig, mäßig feucht, kalkarmes Wasser verwenden
Besonderheiten: Sehr dekorativ und langlebig; klassische Zimmerart

 

 

LanzenrosetteFoto: Pannarai/Adobe Stock

Lanzenrosette

(Aechmea fasciata)

Meist epiphytische, gelegentlich auch terrestrische Bromelie mit breiten, dornigen, spitz zulaufenden Blättern.
Hochblätter: Rosa, aufrecht, meist lange haltbar, Blüten violett
Blütezeit: Juni–September
Pflege: Heller, warmer Standort, Trichter stets leicht mit Wasser gefüllt lassen, keine pralle Mittagssonne
Besonderheiten: Sehr langlebige Hochblätter; verträgt auch etwas kühlere Temperaturen

 

 

Grüne TillandsienFoto: Sanit/Adobe Stock

Grüne Tillandsien

(Tillandsia)

Feuchtigkeitsliebende Arten, teils epiphytisch, teils bodenbewohnend.
Hochblätter: Farblich variabel, je nach Art
Blütezeit: Unterschiedlich nach Art
Pflege: Heller, aber nicht zu sonniger Standort; gleichmäßig feucht, hohe Luftfeuchte
Besonderheiten: Vertragen weniger Sonne als graue Arten, aber höhere Feuchte

 


Robert Kröger
Vorsitzender des Landesverbandes der 
Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern