- Gut zu wissen
Fliegende Fadenwürmer
Foto: Mirayana M. Barros, Dennis Chang, Dihong Lu,Adler R. Dillman/ Wikimedia Commons/CC-BY-4.0
Aus den Augen, aus dem Sinn: Wie vielfältig das Leben in unseren Böden ist, machen wir uns nur selten bewusst. Zumindest Kleingärtner haben aber sicher schon von Nematoden gehört, die sich unter unseren Füßen tummeln. Die Fadenwürmer werden maximal 5 mm lang und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Einige sind bei Gartenfreunden wenig beliebt, etwa Kartoffelnematoden, Wurzelgallenälchen oder Stängelälchen, die die Wurzeln von Nutzpflanzen befallen.
Andere Arten können als Nützlinge für den Einsatz im heimischen Garten im Handel erworben werden. So wird Steinernema carpocapsae (Foto) gegen Engerlinge, Buchsbaumzünsler oder Maulwurfsgrillen eingesetzt. Er dringt in Körperöffnungen seiner Feinde ein und setzt dort Bakterien frei, die dazu führen, dass das befallene Tier stirbt. Dabei kann er sogar fliegende Insekten befallen.
Wie der Fadenwurm das macht, war lange unklar. Forschende aus den USA haben jetzt jedoch herausgefunden, dass zwischen dem Fadenwurm und dem Beutetier elektrische Ladung entsteht, durch die der Wurm an das Insekt, etwa eine Fliege, „angesaugt“ wird. Dadurch kann der Wurm das 25-Fache seiner Körperlänge überbrücken. „Man glaubt immer, große Entdeckungen nur bei großen Tieren zu machen, aber die winzigen haben auch viele interessante Geheimnisse“, so Victor Ortega-Jiménez, Co-Autor der Studie.
sök