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Blütenpracht nach erfolgreicher Überwinterung

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Blütenpracht
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  • Winterquartier
  • Abhärtung
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PelargonienFoto: Bienert Familie Bienert erfreut sich jedes Jahr an der Blütenpracht der erfolg­reich überwinterten Pelargonien Zum Beitrag „Wann lohnt die Überwinterung von Sommer­blumen?“  erreichten uns zahlreiche Zuschriften von Lesern, die mit der Überwinterung von Fuchsien und Pelargonien sehr gute Er­fahrungen gemacht haben.

Hier zwei Zuschriften stellver­tretend für alle Gartenfreunde, die ihre Pflanzen bisher immer gut durch den Winter gebracht haben.


Freude am Gärtner

Gartenfreund Bienert aus Chemnitz schreibt: „Seit Jahren überwintern wir unsere Pelargonien, und wir haben einen anhaltenden und sehr guten Erfolg damit. Auch wenn einmal die eine oder andere Pflanze ausfällt – dafür werden die Pflanzen, die wir durch den Winter bringen, von Jahr zu Jahr kräftiger.

Vor den ersten strengen Frösten räumen wir die bepflanzten Kästen ins Winterquartier, ein unbeheiztes ehemaliges Waschhaus (wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus). Das Waschhaus hat ein ca. 80 x 80 cm großes Fenster, sodass der Raum nicht dunkel ist (meine Eltern haben die Kästen sogar im dunklen Keller überwintert).

Bis Weihnachten wird gar nichts gemacht, da die Erde noch ausreichend feucht ist. Nach und nach sterben die grünen Pflanzenteile und die Blüten ab bzw. trocknen ein. Um die Weihnachtszeit werden die überirdischen Pflanzenteile ca. 10 cm über der Erde abgeschnitten, und die Erd­ober­fläche wird von Resten gesäubert.

Nun werden die Pflanzen in längeren Abständen gegossen, aber nur so viel, dass die Erde nicht austrocknet, also ganz wenig. Ende Februar/Anfang März treiben die Pflanzen wieder aus. Anfangs sind es ganz zarte Triebe, die ich meistens Ende März noch einmal wegschneide. Die nächsten neuen Triebe werden dann kräftiger, weil die Tage dann schon länger werden.

Ende März/Anfang April werden die Pflanzen in neue Erde gepflanzt. Bei schönem Wetter stelle ich die Kästen vors Haus und räume sie nur weg, wenn es zu kalt wird. Manchmal bleiben die Pflanzen auch nur tagsüber draußen, abends kommen sie dann wieder ins Waschhaus. Dadurch werden die Pflanzen abgehärtet.

Ende April kann man die Kästen in unserer Gegend dann schon auf den Balkon bringen, darf nur nicht verpassen, sie bei Spätfrostgefahr zu schützen. Dann wird auch das erste Mal gedüngt.

Das Überwintern bietet jedem Gartenfreund die Möglichkeit, einmal seinen ‚Grünen Daumen’ auszuprobieren und z.B. selbst Stecklinge anzuziehen. Uns bereitet es Freude, die wenigen Pflegemaßnahmen im Winterhalbjahr durchzuführen, dann im Frühjahr das ers­te Austreiben zu beobachten und schließlich den Erfolg den gan­zen Sommer über zu genießen.

Die Gartenbaubetriebe begrüßen sicherlich einen jährlichen Neukauf. Sie bieten ja auch fertig bepflanzte Blumenkästen an – aber wo bleibt da die Freude am Gärtnern?“


Blütenpracht dankt die Mühe


Gartenfreund Wolfgang Hausmann aus Mittweida schreibt:
„Meine Frau überwintert seit mehr als 20 Jahren ihre Fuchsien äußerst erfolgreich. Ende Ok­to­ber/Anfang November schneiden wir die Pflanzen weitgehend herunter. Die Pflanzen überwintern bei etwa 8 °C auf einem Regal im Keller in der Nähe des kleinen Fens­ters (ca. 40 x 60 cm). Jede Woche gibt es ein wenig Wasser, damit die Wurzeln nicht ganz austrocknen.

Wenn die Pflanzen austreiben, kneife ich die Spitzen der ersten Triebe aus und stecke sie als Stecklinge in kleine Töpfe mit Blumen­erde. Günstig wirkt es sich aus, wenn man Folientüten über die Pflanzen stülpt.

Im Februar kommen die Pflanzen dann in die Wohnung und je nach Wetter ab ­Mitte April ins unbeheizte Gewächshaus (im Notfall in die Gartenlaube). Nach den Eisheiligen im Mai kommen sie, umgepflanzt in große Kübel mit frischer Erde, ins Freiland und werden täglich je nach Witterung bis zu zweimal mit Wasser und einmal pro Woche mit Blumendünger versorgt.“