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Gemüse erfolgreich anbauen

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Reiche Ernte im KleingartenFoto: oneinchpunch/Adobe Stock

Einen grünen Daumen kann jeder Kleingärtner entwickeln – dazu müssen Sie wissen, was Ihre Pflanzen brauchen und worauf es bei der Kultur ankommt. Und wenn beim Anbau von Blumenkohl, Tomaten oder Bohnen dann doch Probleme auftauchen, steckt oft kein Pech dahinter, sondern ein vermeidbarer Fehler – wie etwa zu enge Pflanzabstände, falsches Gießen oder fehlende Netze. Dieser Artikel stellt acht beliebte Gemüsearten vor, erklärt deren typische Schwachstellen und zeigt praktische Lösungen – damit Ihr Gemüsebeet eine zuverlässige Ernte abwirft.

 

Raupen mit Netzen aussperren

BlumenkohlFoto: encierro/Adobe Stock

Blumenkohl gehört zu den beliebtesten Gemüsearten für den Sommer- und Herbstanbau. Doch er gilt als anspruchsvoll: Denn er braucht tiefgründigen, gut durchlässigen Boden, gleichmäßige Wasserversorgung und eine ausreichende Düngung.
Auch der pH-Wert des Bodens ist entscheidend. Blumenkohl mag keine sauren Böden, weshalb bei Bedarf eine Kalkung sinnvoll ist. Zusätzlich unterstützt eine gute Versorgung mit Kalium die Entwicklung und Qualität der Pflanzen.

Farbenfroher BlumenkohlFoto: bergamont/Adobe StockZu den häufigsten Problemen beim Blumenkohlanbau zählen Kohlweißlingsraupen, die an den Blättern fressen und deutlich sichtbare Fraßspuren hinterlassen, sowie Blattläuse, die Pflanzensaft saugen und Viruserkrankun­gen übertragen können. Pilzkrankheiten wie Kopffäule treten besonders bei zu dichter Pflanzung oder ungleichmäßiger Bewässerung auf, während die Kohlhernie an den Wurzeln Verfärbungen verursacht und ganze Pflanzen absterben lassen kann.

Praxistipp: Decken Sie die Kultur nach der Pflanzung vorbeugend mit Netzen ab – das verhindert, dass Kohlweißlinge ihre Eier ablegen. Kontrollieren Sie die Blätter regelmäßig auf Raupenbefall. Bei starkem Befall können biologische Mittel etwa mit dem Bacillus thuringiensis gezielt eingesetzt werden, um die Raupen zu bekämpfen. Pilzkrankheiten reduzieren Sie, indem Sie die Fruchtfolge einhalten.
 

Bohnen beim Ranken helfen

Bohnen aus dem eigenen GartenFoto: Hidayat/Adobe Stock

Bohnen zählen zu den vielseitigsten Nutzpflanzen im Garten und sind sowohl gekocht als auch getrocknet ein fester Bestandteil der Küche. Grüne und Weiße Bohnen unterscheiden sich u.a. im Erntezeitpunkt: Grüne Bohnen ernten Sie jung zum Frischverzehr, während Sie Weiße Bohnen vollständig ausreifen lassen und anschließend für den Winter trocknen.

BohnenFoto: Richard Oechsner/Adobe StockFür ein optimales Wachstum benötigen Bohnen einen leichten, warmen und gut durchlässigen Bo­den. Schwere oder saure Böden sind hingegen weniger geeignet. Besonders gut gedeihen sie auf Flächen, die zuvor mit Mist gedüngt wurden. Bei Bedarf kann zusätzliches Kalken die Bodenqualität verbessern.

Die Pflege ist unkompliziert, erfordert jedoch etwas Aufmerksamkeit. Regelmäßiges Hacken hält den Boden locker und frei von „Unkraut“, während leichtes Anhäufeln die Standfestigkeit der Pflanzen stärkt. Je nach Sorte brauchen vor allem hochwachsende Bohnen eine Rankhilfe, während niedrig wachsende Arten meist ohne Unterstützung auskommen. Auch bei der Ernte gibt es Unterschiede: Grüne Bohnen sollten Sie regelmäßig pflücken, solange sie noch zart sind.

Typische Probleme beim Anbau sind Bohnenläuse, Schneckenfraß an jungen Trieben sowie Pilzkrankheiten bei feuchter Witterung. Ungünstige Wetterbedingungen können zum Blütenfall führen.

 

Resistente Sorten wählen

FreilandtomatenFoto: coco/Adobe Stock

Der Anbau von Freilandtomaten kann in kühlen, nassen Regionen schwierig sein. Tomaten brauchen einen sonnigen, gut geschützten Standort und durchlässigen Boden. Bereits im Herbst sollten Sie das Beet vorbereiten: Furchen ziehen, im Frühjahr mit gut verrottetem Kompost auffüllen und die Pflanzen einsetzen.

TomatenFoto: bergamont/Adobe StockEntscheidend ist die regelmäßige Pflege: Boden hacken, mulchen, tiefhängende Früchte schützen und Seitentriebe ausbrechen („Ausgeizen“). Tomaten benötigen viel Wasser, natürliche Dünger wie Mistwasser oder Brennnesseljauche stärken die Pflanzen zusätzlich. Befestigen Sie die Pflanzen mit Fäden oder Bast an Stützen, damit sie nicht umknicken.

Typische Probleme sind Pilzkrankheiten wie Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) – die häufigste und gefürchtetste Tomatenkrankheit im Freiland –, Schädlinge wie Blattläuse oder Schnecken und Kulturfehler wie zu enge Pflanzabstände oder ungleichmäßige Bewässerung.

Um die Pflanzen zu schützen, sollten ausreichend große Pflanzabstände eingehalten werden. Mulch hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu regulieren und Bodenspritzer zu verhindern. Das Ausgeizen fördert die Luftzirkulation, achten Sie auch auf resistente Sorten. Besonders wichtig: Niemals von oben gießen – Spritzwasser überträgt Pilzsporen direkt auf die Blätter.

 

Schädlinge im Auge behalten

Süßkartoffeln erntenFoto: carbondale/Adobe Stock

Süßkartoffeln lieben es warm und gedeihen besonders gut in sonnigen, trockenen Regionen. In kühlerem oder feuchtem Klima ist der Anbau schwieriger, da die Pflanzen frostempfindlich sind. Optimal wachsen sie in sandigen Böden oder sandigem Lehm; schwere oder stark gedüngte Erde ist weniger geeignet. Die Knollen werden etwa 75 cm auseinander gepflanzt, frühestens 14 Ta­ge nach dem letzten Frost. Während der Wachstumsphase sollte der Boden regelmäßig gelockert und frei von Wildkräutern ge­halten werden.

SüßkartoffelnFoto: rdnzl/Adobe StockHäufige Probleme beim Anbau sind Blattläuse, Spinnmilben, Fäul­nis durch Staunässe und Frostschäden. Kulturfehler wie zu frühes Pflanzen, Bodenverdichtungen oder Überdüngung hemmen das Wachstum. Abhilfe schaffen späte Pflanztermine, gut durchlässiger Boden, moderate Düngung und regelmäßige Kon­trolle auf Schädlinge. Mit der richtigen Pflege liefern Süßkartoffeln aromatische, lagerfähige Knollen und bereichern den Garten um um ein beson­de­res, nährstoffreiches Ge­müse.

 

Auf Pflanzabstände achten

Spinat selbst anbauenFoto: Axel Gutjahr/Adobe Stock

SpinatblätterFoto: rdnzl/Adobe StockDer schnellwachsende Spinat ist ein vielseitiges Blattgemüse. Während des Sommers sollten Sie die Pflanzen regelmäßig hacken, mulchen und gießen. Wählen Sie hier am besten schossfeste Sorten. Probleme im Freiland bereiten Blattläuse, Schnecken und Pilzkrankheiten, wie der Falsche Mehltau. Zu dichte Aussaat, unregelmäßiges Gießen oder fehlendes Hacken begünstigen Schädlinge und Krankheiten. Abhilfe schaffen regelmäßige Kontrolle, ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen, Mulchen und frühzeitiges Absammeln von Schädlingen.

 

Paprika gleichmäßig gießen

Paprika erntenFoto: yanadjan/Adobe Stock

Paprika lieben es warm und sollten erst etwa zwei Wochen nach dem letzten Frost ins gut gedüngte, erwärmte Beet gepflanzt werden. Ein Pflanzabstand von 60 cm sowie 90 cm zwischen den Reihen sorgt für ausreichend Platz. In kühleren Regionen schützt ein Folientunnel die Pflanzen, während Mulch die Bodenfeuchtigkeit erhält. PaprikaFoto: OFC Pictures/Adobe StockWichtig ist eine gleichmäßige Bewässerung, da Paprika weder Trockenheit noch Staunässe verträgt. In regenreichen Gebieten sollten Sie die Pflanzen auf kleine Erdhügel setzen, so kann überschüssiges Wasser abfließen.

Probleme machen etwa die Wurzelfäule durch zu viel Nässe, Blütenendfäule durch unregelmäßiges Gießen sowie Schädlinge wie Blatt­läuse oder Spinnmilben. Vorbeugend helfen lockerer Boden, regelmäßige Pflege und ausreichende Pflanzabstände.

 

Zwiebeln luftig säen

ZwiebelbeetFoto: phengsstst/Adobe Stock

Zwiebeln gedeihen am besten auf leichtem, wasserdurchlässigem Lehmboden, der tief umgegraben und mit Kompost oder Mist gedüngt ist. Saure Böden sollten Sie im Vorjahr kalken. Säen Sie Zwiebeln nicht zu tief und vereinzeln Sie die Sämlinge auf etwa 10 cm Abstand.

ZwiebelnFoto: karandaev/Adobe StockJäten Sie in den ersten Monaten regelmäßig; später entwickeln sich die Pflanzen auch zwischen etwas Beikraut. Mischkulturen mit Pastinaken oder Mohrrüben können Lauchmotte und Zwiebelminierfliege vertreiben.

Typische Probleme sind Pilzkrankheiten durch Staunässe oder zu dichte Pflanzung sowie Schädlinge wie Schnecken oder Lauchmotten. Vorbeugung: luftige Pflanzung, Mulch, gleichmäßige Be­wässerung und natürliche Pflanzenschutzmaßnahmen.

 

Kalken gegen Kohlhernie

Rosenkohl schützenFotos: Mushy/Adobe Stock

Rosenkohl gedeiht am besten in tiefgründigem, nährstoffreichem Lehmboden, kann aber auch auf anderen Böden gute Erträge liefern, wenn diese gründlich bearbeitet und ausreichend gedüngt werden. RosenkohlFoto: Xavier/Adobe Stock Ideal ist es, bereits im Herbst Kompost oder Mist einzuarbeiten oder die Pflanzen als Nachkultur auf gut versorgten Flächen anzubauen. Während der Saison sollten Sie den Boden regelmäßig lockern und jäten. Anhäufeln fördert die Wurzelbildung.

Den Ernteerfolg erschweren Schädlinge wie Raupen und Blattläuse sowie Krankheiten wie Kohlhernie, die vor allem bei sauren Böden auftritt. Hier helfen Schutznetze, Fruchtwechsel und eine ausreichende Kalkversorgung. Häufige Kulturfehler sind zu enger Pflanzabstand, schlechte Bodenpflege und fehlende Stabilisierung.

 

Mariska Kubath
Stellvertretende Fachberaterin des Landesverbandes
Braunschweig der Gartenfreunde