Kleingartenwesen Fachberater: im Team geht‘s besser

Fachberater: im Team geht‘s besser

Foto: LV der Gartenfreunde Bremen 
Hartmut Clemen (rechts), hier im Lehr- und Versuchsgarten des Landesverbandes der Gartenfreunde Bremen, gibt sein Fachwissen gern an interessierte Gartenfreunde und andere Fachberater weiter

Fachberater sind wichtig für den Verein, und wenn sich ein Mitglied zum Fachberater ausbilden lässt, sollte er nach be­standener Prüfung nicht nur herzlich im Vorstand aufgenommen werden, sondern es wäre auch wünschenswert, wenn er in seinem Kleingärtnerverein ein Team von Fachberatern vorfinden würde. Allein wie ein einsames Pioniergehölz auf einer großen Brachfläche zu stehen, ist nicht effektiv. Und zudem macht es allen Beteiligten mehr Freude, in einer funktionierenden Gemeinschaft mitzuarbeiten. 

Gerade als neuer Fachberater ist es schön, von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Und auch die Älteren sollten für neue Ideen der Jüngeren aufgeschlossen sein. In der heutigen Zeit ist es nicht hilfreich zu hören: „Das haben wir aber schon immer so gemacht!“ 

Um die Teambildung zu fördern und die aktiven Fachberater zu motivieren, sollte es im Gartenjahr einen Termin geben, an dem die Fachberater gemeinsam z.B. eine Exkursion zu einer Stauden-Gärtnerei oder zu einer Baumschule machen. Bei einem solchen Ausflug können sie Erfahrungen austauschen und neue Ideen entwickeln, oder es kommt nebenbei, z.B. bei der Besichtigung einer Parkanlage, zu einer freundschaftlichen Aussprache. 

Fachberaterausbildung und was dann? 

Solche gemeinsamen Unternehmungen prägen den Einzelnen, um mit Begeisterung langfristig dabei zu bleiben. Hilfreich ist es selbstverständlich auch, wenn der Vorstand den Neuen fördert und ihm kreative Spielräume bietet.

Um ihm gleich zu Beginn seines Ehrenamtes die nötige Akzeptanz im Kleingärtnerverein zu verschaffen, sollte der Fach­berater z.B. bei der Jahreshauptversammlung persönlich vorgestellt werden. Und auch eine schriftliche Vorstellung über den Aushang des Vereins ist hilfreich, um „den Neuen“ bekannt zu machen. 

Alle Akteure haben nicht nur die Verantwortung dafür, die Fachberatung nach guter fachlicher Praxis umzusetzen, sondern sie sind auch angehalten, Akzente zu setzen, um den Gemeinschaftssinn zu stärken. So bieten wir vom Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. jährlich eine Fahrradtour durch Bremer Kleingartengebiete an, die den Blick über den eigenen Gartenzaun schärft.
Oder wie wäre es im Sommer mit einer Open-Air-Filmvorführung vor dem Vereinsheim? Es muss ja nicht unbedingt ein Dokumentarfilm über das Thema Garten sein, es steht uns frei, auch einen Film auszuwählen, bei dem wir einfach Spaß haben. 

Neue Konzepte für die Zukunft
Wer den heutigen Fachberatern begegnet, hört immer wieder den Satz: „Die Jungen wollen ja gar nicht das Ehrenamt des Fachberaters ausfüllen.“ Falsch! Sie können es häufig gar nicht, da die heutige Arbeitswelt diese Freiräume nicht zulässt.
Hier sind wir gefordert, neue Konzepte zu entwickeln, auch wenn es uns sehr schwierig erscheint. Überprüfen wir z.B. nachfolgende Bereiche:

  • die Ausbildung zum Fachberater,
  • das Leitbild des Fachberaters im Verein, 
  • die Gartenordnung. 
Dies sind nur drei Aspekte von vielen, die wir im Hinblick darauf, ob sie noch zeitgemäß sind, beleuchten müssten.
Bei allen Überlegungen muss selbstverständlich die Machbar­keit im Interesse der Gartenfreunde im Vordergrund stehen. Au­ßerdem sollten alle Veränderungen der Aufgaben der Fach­berater transparent behandelt werden, sodass – ob Funk­tio­när oder Mitglied – alle den nötigen Informationsstand haben.

Gleichzeitig muss gewährleistet sein, dass bei allen möglichen Veränderungen der Bestand des Bundeskleingartengesetzes gegenüber der Legislative und Exikutive gesichert ist – das klingt vielleicht sehr theoretisch, ist aber mit etwas gutem Willen und vor allem mit Teamgeist machbar.



Stand:01.05.2009


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