Gartenpraxis Pflanzenschutz Krankheiten Pflanzenschutz: Viruserkrankungen an Gartenpflanzen

Viruserkrankungen an Gartenpflanzen


Foto: Hoyer 
Virusbefall an einer Zucchini (Blatt und Frucht)
Wenn Schäden an Gartenpflanzen auftreten, die nicht erklärbar oder besonders auffällig sind, wird gern die Vermutung geäußert, dass es sich um eine Viruserkrankung handelt. In der Praxis wird der Gartenfreund jedoch nur ausgesprochen selten typische Virussymp­tome an seinen Pflanzen finden, denn meist ist das Schadbild, das durch Virusinfektionen entsteht, unspektakulär und für den Laien oft nicht erkennbar.

Relativ häufig kann man einen Virusbefall an Zucchini beobachten. Im Hochsommer zeigen die jungen Blätter helle Flecken, und das sonst üppige Wachstum der Pflanze lässt deutlich nach. Die Früchte sind ebenfalls kleiner als üblich und außerdem eigenartig wellig oder beulig deformiert.

Oft sind für dieses auch als Mosaik-Scheckung bezeichnete Schadbild mehrere Viren verantwortlich. Eine genaue Bestimmung ist nur entsprechenden Fachleuten möglich, für den Freizeitgärtner aber normalerweise nicht erforderlich. Befallene Zucchinipflanzen sollten Sie entfernen, denn eine Heilung viruserkrankter Pflanzen ist nicht möglich.

Viruserkrankungen können sehr unterschiedlich aussehen. Schaut man in einem Pflanzenschutzlehrbuch nach, sind folgende äußerlich sichtbare Symptome aufgezählt:
  • allgemeine Wachstumshemmung
  • Mosaik-Scheckungen (Bildung gelber oder weißlicher Flecken auf dem Blatt)
  • Rotfärbung
  • braune oder grau-schwarze Fle­cken unterschiedlicher Größe auf den Blättern (Nekrosen)
Diese Schadsymptome treten aber auch aufgrund anderer Ursachen auf und sind daher für den Laien schlecht geeignet, um einen Virusbefall zu erkennen.

 
Foto: Hoyer 
Symptome des Scharkavirus an einem Zwetschenblatt

Eine weitere Viruserkrankung, die im Garten gelegentlich auftritt, ist die Scharkakrankheit der Pflaume. Ebenso wie die bereits erwähnte Virusinfektion an Zucchini wird die Scharkakrankheit durch Blattläuse von kranken Pflanzen auf gesunde übertragen.
Die Blätter befallener Bäume zei­gen im Sommer leichte Verformun­gen und wolkige Aufhellungen. Die Früchte infizierter Pflaumen und Zwetschen können so stark geschädigt werden, dass sie nicht mehr zu verwerten sind.

Als besonders anfällig gelten Haus­zwetschen. Die so genannten scharkatoleranten Sorten können zwar von dem Virus befallen werden, es kommt aber nicht zu den typischen Schäden, da die Pflanzen den Befall tolerieren. In Baumschulen und Gartenfachmärkten sind solche Zwet­schensorten unter folgenden Namen erhältlich: ’Elena’, ’Hagan­ta’, ’Hanita’, ’JoJo’, ’Pre­senta’, ’Cacaks Fruchtbare’, ’Ca­caks Schöne’.

Viren werden zwar oft als Ursache für Erkrankungen bei Pflanzen genannt, genau genommen verursachen sie im Garten jedoch nur selten wirkliche Schäden, und in den meisten Fällen werden Virussymptome an Gartenpflanzen gar nicht erkannt.

In wenigen Fällen ist ein Virusbe­fall sogar erwünscht. Bei der Schön­malve, einer ein wenig in Verges-sen­heit geratenen Zierpflanze, wird die Buntlaubigkeit durch ein Mosa­ikvirus verursacht. Allerdings ist Buntlaubigkeit bei den meisten Zierpflanzen im Erbgut verankert und kein Symptom eines Virusbefalls.

Christoph Hoyer


Stand:01.12.2006


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