Gartenpraxis Pflanzenschutz Krankheiten Pflanzen schützen: Krankheitsresistente Weinreben

Krankheitsresistente Weinreben



Foto: Hoyer 
Trauben, die von Echtem Mehltau befallen sind

Auch außerhalb der so genannten Weinbauregionen erfreut sich der Anbau von Weinreben zunehmender Beliebtheit. An geschütz­ten Südwänden von Gartenhäusern oder an Mauern kann man auch in Mittelgebirgslagen oder im Norden Deutschlands mit Erfolg Weinreben ziehen und recht gute Erträge erzielen.

Für den Kleingarten sind vor al­lem Sorten interessant, die als Ta­feltraube das Angebot an selbst erzeugtem Obst bereichern. Diese Sorten sind oftmals großbeeriger, und die Traube ist etwas lockerer aufgebaut als bekannte Keltersorten wie ‘Riesling’ oder ‘Dornfelder’.

Seit einigen Jahren wird eine Vielzahl von neuen Sorten angeboten, die zum einen gut als Tafeltraube geeignet sind und zum anderen eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber wichtigen Krankheitserregern aufweisen. Informationen mit sehr guten Übersichten zu pilzresistenten Rebsorten finden sich auf der Internetseite der Bayerischen Gartenakademie in der Rubrik Obst/Weinstock am Haus unter
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/infoschriften/obst. Hier sind auch die Adressen von spezialisier­ten Rebschulen verzeichnet, auf deren Internetseiten ebenfalls ausführliche Informationen zu finden sind.

Trauben, die an der wettergeschützten Wand einer Gartenlaube gezogen werden, haben in ers­ter Linie unter Befall mit dem Ech­ten Mehltau zu leiden. Der Falsche Mehltau, der von den Winzern auch als Reben-Peronospora bezeichnet wird, spielt bei wettergeschützten Hausrebstöcken eine untergeordnete Rolle. Gleiches gilt für den Grauschimmel, der im Weinberg zu erheblichen Ertragseinbußen führen kann.

Wer in seinem Garten noch mehl­tauanfällige Rebsorten hat, wird immer wieder erleben müssen, dass die Beeren noch vor der Reife grau-schwarz werden und aufplatzen. Hier hilft nur der frühzeitige und mehrfach wiederholte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder die Neupflanzung pilzfester Sorten.

Übrigens – von Natur aus wider­standsfähige Sorten gibt es nicht nur als blaue, rote, grüne und gelbe Sorten, sondern auch mit kernlosen Beeren oder als ­solche, die nur sehr kleine Kerne bilden.

Wer einen alten, anfälligen Rebstock im kommenden Jahr vor Echtem Mehltaubefall schützen will, kann noch vor Austrieb im Wollestadium der Knospe Netzschwefelpräparate einsetzen, die von fast allen Pflanzenschutzmittelfirmen angeboten werden. Im Laufe des Frühjahrs können zusätzlich zum Schwefel die Präparate Cueva Pilzfrei (Neudorff) und Pilzfrei Ectivo (Scotts Celaflor) zum Einsatz kommen.

Christoph Hoyer


Stand:01.10.2007


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