Gartenpraxis Gut zu wissen Neophyten Neophyten im Portrait: der Riesen-Bärenklau

Neophyten im Portrait: der Riesen-Bärenklau

Foto: Spohn 
Der Pflanzensaft vom Riesen-Bärenklau verursacht - vor allem zusammen mit Sonnenlicht - gefährliche Hautreaktionen


Merkmale und Biologie

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Herkulesstaude genannt, kann über 3 m hoch werden. Die Blätter der Staude werden 1 m (manchmal sogar 3 m) lang. Sie sind drei bis fünfteilig gelappt mit wiederum tief fiederteiligen seitlichen Blattabschnitten. Der Stängel ist hohl, gefurcht und im unteren Teil oftmals purpurn gefleckt.

Die Pflanze blüht weiß von Juni bis September. Die einzelnen Dolden haben häufig einen Durchmesser von bis zu 50 cm. Insgesamt kann eine einzige Pflanze bis zu 50.000 Samen entwickeln. Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab. Gelangt sie nicht zur Blüte, kann sie mehrere Jahre überdauern.

Vorsicht: Alle Pflanzenteile sind giftig. Der Kontakt mit dem Pflanzensaft (enthält u.a. Furanocumarine) kann zu gefährlichen Hautreaktionen führen; insbesondere in Verbindung mit gleichzeitiger oder nachfolgender Sonnenlichteinwirkung können Rötungen, brennender Juckreiz, Schwellungen und Blasenbildung entstehen (phototoxische Reaktion).

Herkunft und Standort

Die Heimat von Heracleum mantegazzianum ist der Kaukasus. Im 19. Jahrhundert wurde die Pflanze als Zierpflanze nach Europa gebracht. In Deutschland ist die Staude heute weit verbreitet, insbesondere an Bächen und Flüssen, über die der schwimmfähige Samen weiter verbreitet wird. Auch findet man sie in Gärten, Parks, an Straßenrändern sowie auf Brachen. Sie bevorzugt nährstoffreiche, nicht zu saure Böden.

Problematische Auswirkungen

Kommt die Staude in Massenbeständen vor, kann sie die heimische Vegetation verdrängen. Tritt der Riesen-Bärenklau gehäuft an Flüssen auf, fördert er eventuell die Ufererosion. Größtes Problem aber ist wohl die Gefährdung des Menschen durch den Pflanzensaft (siehe oben).

Bekämpfung

Bei allen Maßnahmen zur Bekämpfung muss unbedingt Schutzkleidung getragen werden. Eventuell sollten Fachleute die Arbeiten durchführen. Ein Hauptziel sollte es sein, die Fruchtbildung bzw. das Ausreifen der Samen zu verhindern. Wichtig ist auch, eine Verschleppung der Samen (z.B. durch Geräte oder Fahrzeuge) zu vermeiden.

Leider fehlt hier der Platz für eine ausführliche Beschreibung möglicher Maßnahmen. Weitere Informationen zu der Pflanze und zu ihrer Bekämpfung finden Sie aber im Internet unter
www.neophyten.de
www.herkulesstaudenbekaempfung.de


Stand:01.02.2008


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